Letzte Sendung am 6. Dezember

Die Langeweile hat bald ein Ende: „Wetten, dass..?“ wird eingestellt

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Cameron Diaz und Markus Lanz

Es war ein Ringen mit der Müdigkeit. Drei Stunden „Wetten, dass..?“ aus Offenburg bedeute drei Stunden gähnende Langeweile, drei Stunden pure Zeitverschwendung.

Die spektakuläre Nachricht, mit der eigentlich jeder gerechnet hat, hob sich Markus Lanz bis ganz zum Schluss auf. "Wir sehen uns wieder am 4. Oktober in Erfurt, gehen jetzt in die Sommerpause und sehen uns wieder am 4. Oktober - mit den letzten drei Ausgaben von 'Wetten, dass..?'"

Wie? Hat das ZDF nun doch erkannt, dass es besser ist, einen Arm zu amputieren, bevor er abfault? Die Auflösung bot bereits einige Minuten später das „Heute-Journal“. Am 6. Dezember sendet das ZDF die letzte Folge von „Wetten, dass..?“ aus Nürnberg. Ein Stück Fernsehgeschichte ist damit vorbei. Die Programmchefs wollen dem dramatischen Quotenschwund damit ein Ende setzen.

Dass diese Entscheidung richtig ist, das hat der Abend aus Offenburg eindrucksvoll bewiesen. Völlig glanzlos und ohne jegliche Spannung wurde die Show runtergespielt. In den Interviews fragte Lanz scheinbar desinteressiert nur oberflächlich nach. Im Gespräch mit dem ersten Gast des Abends, dem Modeschöpfer und „Shopping-Queen“-Juror Guido Maria Kretschmer, ging es natürlich wieder einmal nur um Nagellack und die Frage nach der Ästhetik von Arschgeweihen. Und natürlich musste sich Lanz auch wieder bestätigen lassen, dass er in seinem mittelblauen Anzug grandios aussieht.

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Ebenso fragwürdig war das Schlager-Medley von Hape Kerkeling, der mit seinem Vollplayback-Gedräller wie ein einst humorvoller Künstler wirkte, der in einer großen kreativen Krise steckt. Für Momente des Bewusstseins sorgte Popsternchen Anastacia, die nach langer Krebserkrankung ihre neue Single „Stupid Little Things“ auf der Bühne präsentierte und Gastgeber Lanz zeigte, wie man Hula-Hup tanzt.

Schnell wieder weg war Schauspielerin Cameron Diaz. Wegen eines Termins verließ sie die Sendung vorzeitig. Verübeln kann man es ihr nicht. Veronica Ferres und Annette Frier taten es ihren Vorgängern gleich und nutzten die Interviewzeit, um ihre neuen Projekte zu promoten. Und genau darin liegt das Problem von „Wetten, dass..?“.

Die Show wirkt nur noch wie eine einzige langweilige Dauerwerbewendung mit Wetten, die möglichst schnell durchgepeitscht werden und nur noch stattfinden, weil sie eben von der Show nicht zu trennen sind. Dazu ein Moderator, der sich selbst interessanter findet als seine Gäste und sich durch peinliche und platte Sprüche in den Vordergrund drängt.

Die gute Nachricht vom Ende von „Wetten, dass..?“ ist, dass es nun mit einem Neuanfang weitergehen kann. Mit einer neuen Show, die mehr bietet als zuletzt „Wetten, dass..?“ und den Zuschauer unterhält, informiert und überrascht zugleich. Ob das ZDF den Mut hat, ein völlig neues Samstagabend-Format aufzulegen, wird sich zeigen. Ansonsten bleiben ja zum Glück noch die Spartenkanäle des ZDF. Denn deren Programme bieten das, was „Wetten, dass..?“ schon lang nicht mehr kann. Unterhaltung.

Die Wetten

Die Bogenschützenwette verlor Peter Dubberstein aus Halstenbeck, der es nicht schaffte, aus Toastern katapultierte Toasts mit dem Pfeil zu treffen.
Erfolgreich ging die Bremslichtwette zu Ende, bei der Dennis Mierke und Nico Fanselow aus Berlin anhand aufleuchtender Bremslichter 4 aus 50 Songs erkannten.
Verloren haben mit der Farbtafelwette die Zwillinge Nick und Tom Diete aus Kamen-Heeren, die es nicht schafften, eine zweieinhalb Minuten lange zufällige Anordnung von blauen und gelben Tafeln korrekt wiederzugeben.
Gewonnen in letzter Sekunde haben Guido Roß und Uwe Janßen aus der Nähe von Emden mit der Buddelschiffwette, bei der sie es auf die Sekunde genau schafften, ein Buddelschiff durch Anschub eines echten Schiffes in ein Glas zu bugsieren.
Erfolgreich mit der Eierpeitschwette war Francesco Martini aus München, der zehn hartgekochte Eier in zwei Minuten mit einer Peitsche köpfte.
Erfolgreich waren auch Luai Baker, Thore Gauch und Ha van Duc aus Kiel mit der Salti-Coctail-Wette, bei der sie innerhalb von drei Minuten mit einem Strohhalm, während sie Salti schlugen, einen Cocktail schlürften und damit zu den Wettkönigen des Abends gekürt wurden.

Von Daniel Göbel

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