Caricatura-Sommerakademie: Cartoonist Gerhard Haderer zeigt dem Nachwuchs, auf was es ankommt

Caricatura-Sommerakademie mit Gerhard Harderer

Mit dem Star auf Augenhöhe: (von links) Claudia Wipfler, Ulrike Martens, Workshopleiter Gerhard Haderer, Denis Metz, Ralf Fieseler und Marc Seefried. Fotos: Hempel

Kassel. Noch bis zum Sonntag findet in der Caricatura im KulturBahnhof die  Sommerakademie 2011 statt. Den Workshop leitet in diesem Jahr der bekannte Cartoonist Gerhard Harderer.

Der Österreicher gilt als Superstar der komischen Kunst, zumindest wenn man die Maßstäbe benutzt, anhand deren Künstler üblicherweise gemessen werden: Bereits 2001 mit dem deutschen Karikaturenpreis ausgezeichnet, seit über 20 Jahren Veröffentlichungen im "Stern", der "Titanic" und der Zeitschrift "Profil", großartige Bücherverkäufe.

„Das ist, als würde jemand, der Musik macht, eine Woche mit Madonna verbringen.“ So fasst Martin Sonntag, Leiter der Caricatura, das Prinzip der „Sommerakademie für Komische Kunst“ zusammen. Seit 2007 ist Kassel Ausrichtungsort des Workshops, bei dem namhafte Profis eine Woche lang Nachwuchszeichner unter ihre Fittiche nehmen.

Motivationsschub

Der 60-jährige Haderer wiederum sagt:„Was hier stattfindet, kenne ich sonst von nirgendwo“, sagt der 60-Jährige. „Hier kann ich meine Erfahrungen an junge Kollegen weitergeben, und die Teilnehmer arbeiten mit namhaften Profis auf Augenhöhe.“ Auch Cartoonist Martin Perscheid ist als Gastdozent gekommen. Mit Stars der Szene zu arbeiten, sei ein großer Motivationsschub, sagt Sonntag.

30 Bewerber versuchen im Schnitt ihr Glück bei der Sommerakademie. Wer genommen wird, bezahlt 800 Euro für die Teilnahme, Studenten 450 Euro.

Die Sommerakademie lebt nicht nur von der Leidenschaft fürs Zeichen. Von Beginn an greift die Kasseler Sparkasse finanziell unter die Arme. „Wir machen das, weil die Caricatura ein wichtiger Teil des kulturellen Profils unserer Stadt ist“, sagt Wolfram Ebert vom Vorstand der Kasseler Sparkasse.

Gegenseitige Inspiration

Für alle, die mitmachen, geht es morgens um zehn los. „Was aus der Nase ziehen“ heißt das Thema am zweiten Tag. An Tischen brüten die Teilnehmer über ihren Ideen. „Wir inspirieren uns hier gegenseitig“, sagt Marc Seefried, der zum vierten Mal dabei ist. „Da kommt man auf Ideen, auf die man sonst nie gekommen wäre“, sagt der Student aus Kassel. Haderer sieht sich selbst eher nicht als Pädagoge: „Ich habe keine Ahnung, wie man das hier durchzieht“, lacht er. Sonntag sieht das anders. Haderer erkenne genau, wie die Teilnehmer drauf sind und wie er das Beste aus ihnen herausholt. „Jeder will hier einen guten Eindruck machen, weil dieser Workshop eine Chance ist, vermittelt zu werden.“ Gearbeitet wird bis in die Nacht. Das geht an die Substanz, aber, schmunzelt Sonntag, es sei wie in einem Trainingslager für Rekruten: „Hier wird nicht gejammert.“

Die Ergebnisse des Workshops werden vom 20. August bis 3. September in der Caricatura-Galerie ausgestellt.

Von Claudia Hempel

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