Thilo Mischke im Interview: "Wie Galileo mit Brüsten"

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Thilo Mischke

Mit „Heiß & Fettig“ startet ZDFneo am Donnerstag ein Sex-Magazin (22.15 Uhr). Moderator Thilo Mischke, der unter anderem das Buch „In 80 Frauen um die Welt“ schrieb, erklärt, was den Zuschauer erwartet.

„Heiß & Fettig“ sollte eigentlich in einer Burgerbraterei stattfinden, daher auch der Titel ...

Thilo Mischke: ... der mir persönlich zu 90er und zu sehr „auf die Zwölf“ ist. Jetzt drehen wir aber in einer Bar in Hamburg neben der Reeperbahn.

Wie sieht das Konzept aus?

Mischke: Es ist ein bisschen wie „Galileo“ mit Brüsten, soll aber nichts Aufklärerisches haben. Es gibt vier Gäste pro Sendung, die im weitesten Sinne etwas zum Thema zu sagen haben. Dazwischen gibt es Beiträge. Auch dabei: ein Gummipuppen-Test.

Da wird ernsthaft eine Gummipuppe ausprobiert?

Mischke: Ja. Hat mich auch im ersten Moment entsetzt. Hoffentlich wird davon nichts rausgeschnitten. Es ist nicht anzüglich oder eklig geworden, sondern einfach nur lustig.

In den 90-ern gab es mehrere Sex-Magazine wie „Wa(h)re Liebe“, „Peep!“, „Liebe Sünde“. Danach war Flaute. Brauchen wir ein neues Sex-Magazin?

Mischke: Die Frage habe ich mir nicht gestellt. Für mich ist es einfach eine schöne Gelegenheit, etwas zu tun, das mir liegt - über Sex und mit Menschen reden - und zugleich etwas Neues auszuprobieren.

Sehen Sie einen Bedarf unter den Fernseh-Zuschauern?

Mischke: Klar, die Leute schlafen ja noch miteinander. Und wenn man sich den Buchmarkt anschaut, wie viel Sexratgeber pro Jahr verkauft werden, kommt man zu dem Schluss, dass es offenbar noch Klärungsbedarf gibt.

Gibt es nicht ohnehin schon zu viel Sex in den Medien?

Mischke: Finden Sie wirklich? Die These, die Gesellschaft sei medial übersexualisiert, stammt doch noch aus den 90ern, als jedes Werbeplakat eine nackte Frau zierte, es fünf, sechs Sex-Sendungen gleichzeitig im Fernsehen gab und das Internet mit seinen pornografischen Möglichkeiten groß wurde. Die Sex-Debatte verläuft zyklisch. (tx)

Zur Person:

Thilo Mischke (32) arbeitet als freier Journalist für Zeitschriften und schreibt Bücher. Außerdem entwickelt er mit seiner Produktionsfirma Fernsehformate, die er teilweise selbst moderiert. Mischke hat eine Freundin und lebt in Berlin.

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