Die Norwegerin Randi Tytingvåg beeindruckte im Theaterstübchen

Wieder kultverdächtig

Ernster als je zuvor: Randi Tytingvåg bei ihrem Auftritt im Theaterstübchen. Foto: Schoelzchen

KASSEL. Als „Sängerin mit Kultpotenzial“ bezeichnete die HNA Randi Tytingvåg nach ihrem Auftritt im Karlshospital vor zwei Jahren. Am Freitag gastierte die charismatische Norwegerin im sehr gut gefüllten Theaterstübchen. Wieder war es kultverdächtig. Und doch ganz anders als 2010.

Hatte damals ein mehr spielerisch anmutender Mix aus Jazz, Chanson und Tango auf der Tagesordnung gestanden, so ging es diesmal konzentriert in Richtung anspruchsvoller Pop/Rock. „Dass sie nicht mit dem Jazz verheiratet ist, ist ein Gottesgeschenk“, meinte ein Rezensent über ihr neues Album „Grounding“. Man kann dem nur beipflichten, denn nach der stilistischen Wandlung klingt Tytingvåg ernster und existenzieller als zuvor. Das neue instrumentale Gewand trägt dazu bei. Atmosphärische Klanglandschaften, hypnotische Grooves, aber auch rockige Crescendi: Ivar Grydeland (E-Gitarre, Banjo), Jo Berger Myhre (Bassgitarre, Baritongitarre, Synthesizer) und Pål Hausken (Drums) sind bei aller Reduktion höchst effektive Begleiter.

Randi Tytingvåg selbst lenkt als begnadete Performerin erneut die Aufmerksamkeit auf sich. Ein Hauch von Drama liegt in ihrer entrückten Mimik und ihren ausgebreiteten Armen. Suggestiv ist ihr Gesang ohnehin. Und sie widmet sich interessanten Themen, etwa dem „Paper Tiger“. Außen ein Tiger, doch innen ungefährlich - darin besteht nach einer chinesischen Redewendung ein solcher Charakter.

Ganz ohne Krallen geht das mit viel Beifall aufgenommene Topkonzert zu Ende: Randi Tytingvåg zelebriert solo ein norwegisches Abendlied.

Von Georg Pepl

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