ARD-Krimi „Angezählt“

Kritik zum Wiener Tatort: „Gerechter Zorn“

Der Wiener Tatort "Angezählt" war ein außergewöhnlich guter, zugleich aber auch verstörender ARD-Krimi, meint HNA-Redakteur Mark-Christian von Busse. Hier seine Tatort-Kritik.

"Als Matthias Brandt seinen Dienst als Münchner „Polizeiruf 110“-Kommissar antrat, wurde sein erster Fall eines Terrorattentats auf 22 Uhr verlegt. Begründung: Die Polizei werde so hilflos und handlungsunfähig gezeigt, dass es Zweifel an der Sicherheit wecken könnte, die der Staat doch garantieren müsse. 

Daran konnte man auch im gestrigen, außergewöhnlich guten Wiener „Tatort: Angezählt“ von Martin Ambrosch (Buch) und Sabine Derflinger (Regie) denken – so furchtbar zugerichtet, erniedrigt und gedemütigt blieb Major Bibi Fellner, gespielt von der so wandlungsfähigen, großartigen Adele Neuhauser, zurück. Es war ihr Fall. Kollege Chefinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) hielt sich dezent zurück, bot höchstens eine Schulter zum Anlehnen oder seine Hand zum Trost. 

Gerechter Zorn packte Fellner – und mit ihr geschickt den Zuschauer – angesichts der hässlichen Lebensverhältnisse bulgarischer Sexsklavinnen, gespiegelt im traurigen Schicksal des verlassenen kleinen Ivo (Abdul Karim Tuncel). Solche Bosheit zu verkörpern wie Muruthan Muslu als fieser Zuhälter Aziz, ein Kraft- und Ekelpaket sondergleichen, das muss man auch erst mal hinkriegen. Ein „Tatort“, der verstörte." vbs@hna.de

Rubriklistenbild: © dpa

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