Wilde Schweden: Psychopunch im Schlachthof

Laut und abgefahren, aber melodiös: Psychopunch. Foto: nh

Kassel. Psychopunch – na, das ist doch mal ein Bandname, bei dem man schon vorher ahnen kann, was einen im Konzert erwartet. Und wenn dann noch zu lesen ist, dass diese Formation zu den robustesten Bands des Genres „No-Bullshit-Rock’n’Roll-Punk-Powerpop“ zählt, erst recht: fetzige verzerrte Gitarren, fettes Schlagzeug, wuchtig treibender Bass und ein Gesang, der klingt, als sei Sänger Jamo Mäkkel gerade ein Bus über die Füße gefahren und parke nun darauf.

Als Vorgruppe heizte am Dienstagabend im Schlachthof die Kasseler Alternative-Punk-Band Supervaillan ein. Viel Beifall bekamen die Punker dafür.

Die schwedische Formation Psychopunch gibt es seit 1998. Auch beim Wacken-Open-Air war sie schon zweimal dabei. 70 Besucher waren zum Abfahren gekommen. Sie wurden nicht enttäuscht. Zwar stand mit Magnus Henrikssen ein Gitarrist auf der Bühne, der bis vor Kurzem nicht zum Stamm zählte, aber das dürften nur eingefleischte Fans bemerkt haben. Musikalisch war Henrikssen ein Hammer, der auch mit tollen Soli glänzte.

Während Schlagzeuger Jocke Jonsson eher eine introvertierte Persönlichkeit zu sein scheint, zählt auch Bassist Patrick Wallert zu den markanten Protagonisten auf der Bühne. Er liefert sich Gitarrenduelle mit Mäkkel und doppelt oft noch dessen raue, explosive Stimme. Ob die vom Jägermeister-Trinken kommt? Auf der Bühne jedenfalls setzte Mäkkel das grüne Fläschchen gern mal an, grinste und meinte aber: „Nur schwarzer Tee.“

Die Band präsentierte Stücke aus ihrem aktuellen Album „Smakk Valley“, aber auch ältere Nummern. Auffällig, dass die wilden Schweden zwar mächtig drauflosprügeln, die meisten Stücke rasend schnell und ungemein energetisch rüberkommen, dennoch aber sehr melodiös sind. Nicht wenige besitzen Ohrwurmcharakter. Das gilt auch für ein Stück, das nicht aus ihrer Feder stammt und ihren berühmten Landsleuten gewidmet ist: „SOS“ von Abba. In diesem Fall mal als rasende Punkversion – kam nicht schlecht. Lautstarke Zustimmung, zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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