Disko Partizani: Shantel & the Bucovina Club im Musiktheater

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Gewaltiger Sog: Shantel.

Kassel. Es ging hoch her am Dienstagabend im Musiktheater, denn der in Mannheim zur Welt gekommene Stefan Hantel, besser bekannt als Shantel, hatte um die 400 überwiegend jungen Gäste in die Diskothek gelockt.

Mit lautstarker und vor Energie sprühender Unterstützung seines sechsköpfigen Bucovina Club Orkestar war dort vom ersten Ton an Party angesagt. Es wurde ausgelassen getanzt, gehüpft und mitgesungen. Zwei Trompeten, eine Posaune, Rhythmusgitarre, Keyboards, ein drückender E-Bass und das unaufhaltsam nach vorn preschende Schlagzeug entwickelten einen gewaltigen Sog, dem sich niemand entziehen wollte.

Dieser Balkan-Pop kam mit verhältnismäßig wenigen, ständig verwendeten, jedoch höchst infektiösen Stilmitteln aus: eine Mischung aus Polka, Ska und einer Prise Reggae, häufig wechselnd zwischen moderaten und irrwitzig dahinrasenden Uptempo-Beats im 1-2-Bass-Snare-Rhythmus, immer wieder unterbrochen durch gehaltene Töne und Gesangseinstreuungen.

Bandleader Shantel bewies, dass man kein virtuoser Sologitarrist und charismatischer Drei-Oktaven-Sänger sein muss, um ein Publikum mitzureißen. Sängerin und Keyboarderin Tea Mikic gefiel durch orientalisch anmutende Tonfolgen und ihre Tanzeinlagen. Und der schlaksige Drummer Marcus Darius entpuppte sich als Einpeitscher und Zeremonienmeister: Häufig vom vorderen Bühnenrand gab er immer wieder vor, wann mitgeklatscht werden musste - es funktionierte wie ferngesteuert. Da ging der ganze Saal auch schon mal in die Knie oder ließ eine Discokugel über die Köpfe wandern. Mit einem 30-minütigen Zugabenblock einschließlich „Disko Partizani“ verabschiedete sich die frenetisch gefeierte Band vom enthusiastischen Publikum.

Von Wolfgang Wollek

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