Die „Monsters of Liedermaching“ mischten das Publikum im Kulturzentrum Schlachthof auf

Wilde Truppe mit Klappe und Herz

Die Monsters of Liedermaching (von links) mit den Künstlernamen Pensen, Rüdiger Bierhorst, Labörnski, Burger, Totovic Kalkül und Fred Timm. Foto: Schachtschneider

Kassel. Liedermacher? Sind das nicht diese singenden Poeten, die mit Gefühl und Ernsthaftigkeit von der inneren und äußeren Schwere des Lebens erzählen? Mit so viel frechem Witz, Leichtigkeit und Anarcho-Charme, wie die Formation „Monsters of Liedermaching“ ihre Künste präsentiert, müsste man für sie eigentlich einen anderen Oberbegriff kreieren. Vielleicht so etwas wie „die geistreichen Anarcho-Party-Poeten“.

Einigkeit besteht jedenfalls bei ihren Fans darin, dass diese sechs mit ihren akustischen Gitarren und ihren skurril witzigen Texten als Team für ähnliche Stimmungswerte sorgen wie derzeit die „jungen Wilden“ aus der Löw’schen DFB-Truppe.

Am Sonntag im Kulturzentrum Schlachthof fühlte man sich unweigerlich daran erinnert: Der Saal zum Bersten gefüllt, das Publikum bei zahlreichen Textzeilen und Refrains vereint im choralen Jubelschrei und die Arme dabei in die Höhe gereckt, als hätten Schweini und Co wieder zugeschlagen.

Im Jahr 2003 waren Rüdiger Bierhorst, Torsten Kühn, Jens Burger, Frederik Timm, Peer Jensen und Jan Labinki für das Hamburger „Rockspektakel“ eigentlich als Solokünstler gebucht. Doch war ein jeder von seinem Bühnenkollegen so inspiriert, dass spontan einige Bierbänke auf die Bühne gehievt wurden und man das Konzert gemeinsam bestritt.

Der Erfolg wurde zur Methode. Als Formation machte man weiter. Obwohl das Repertoire auch weiterhin überwiegend aus dem Songmaterial jedes Einzelnen besteht, punktet die Formation besonders mit ihrer speziellen Gruppenaura, bei der sich Textwitz, persönliche Ausstrahlung und Schlagfertigkeit potenzieren.

Auch im Schlachthof war das so. Stücke wie „Zwerge, Poesie, Punkermädchen, Blasen“, mal Country-fröhlich, mal rockig, mal stampfend gebracht, heizten die hohen Raumtemperaturen noch einmal gewaltig an.

Gefühlvolle Balladen sorgten für Kontraste, die man dieser Rasselbande kaum zutrauen würde. Auch für die Lachmuskeln wurde einiges geboten: „Ich will ein Kind von dir“, riefen einige junge Damen. Die Antwort: „Gebt das in die Vorbestellung.“

Ohrenbetäubender Applaus und zahlreiche Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.