Im Schlachthof begeisterten Baba Zula Deutsche und Türken gleichermaßen

Im wilden Tanz vereint

Meister an der Saz: Murat Ertel beim Auftritt im Schlachthof. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Es ist wahrscheinlich immer das gleiche Szenario, das sich in deutschen Live-Clubs bei Auftritten von Baba Zula ergibt. Türken und Deutsche, quer durch alle Generationen, feiern und tanzen gemeinsam vor der Bühne, auf der Saz-Spieler Murat Ertel und seine Band einen Klangbasar aus Dub, Dancefloor und Orientalbeats präsentieren.

Mit Drumcomputer, Ipad-Orgel und Perkussion glich das Konzert im gut besuchten Kulturzentrum Schlachthof allerdings eher einer Discoveranstaltung, denn außer zwingenden Grooves und den sich ständig wiederholenden Saz-Soli passierte nicht viel.

Da konnte auch Ertels Sultan-Outfit nur eine zeitlich begrenzte Faszination verbreiten. Denn die beiden Percussionisten Levent Akman und Cosar Kamci mussten sich, was die Bühnenpräsenz betraf, ganz hinten anstellen.

Gleich drei Mikrofone im Abstand von einem Meter hatte man Murat Ertel bereitgestellt, und seine rockigen Saz-Missionen hätten zeitlich pro Song eine Folge „Türkisch für Anfänger“ gefüllt. Leider waren auch die auf dem Pressefoto abgebildeten Tänzerinnen nicht mit nach Kassel gekommen, und so schlich sich des Öfteren Langeweile in das Geschehen.

Wären da nicht die satten Beats aus der Konserve gewesen, die das Lebensgefühl der pulsierenden Metropole Istanbul bestens vermittelten. Und Ertels Soli trafen trotz mancher Überlänge den Puls der Zeit. Großer Applaus.

Von Andreas Köthe

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