Neu im Kino: „Merida – Legende der Highlands“ ist von atemberaubender Schönheit

Wildfang probt Aufstand

Sie liebt die Ausritte in den Wald: Königstochter Merida beharrt auf ihrer Eigenständigkeit. Foto: Pixar/nh

Für Fans des Animationsfilms hält ein Kino-Jahr keinen größeren Höhepunkt bereit als ein neues Werk aus dem Hause Pixar. Die Pioniere der Computeranimation haben sich stets darauf verstanden, einzigartige Geschichten zu erzählen.

Bereits die Wahl der Filmhelden macht das deutlich. Wer hätte vor „Cars“ gedacht, dass Autos dem Zuschauer als Charaktere ans Herz wachsen könnten? Wer hätte einen meist stummen Müllbeseitigungsroboter wie „Wall-E“ in den Mittelpunkt einer Multimillionendollar-Produktion gerückt? Nun aber ist man auch bei Pixar auf jenem Feld angelangt, das das Medium Trickfilm von jeher kontinuierlich beackert, dem der mutigen Prinzessinnen, der bösen Hexen und der uralten Flüche. Kann man auf diesem Gebiet tatsächlich noch mit Neuem aufwarten?

Der quirlige Rotschopf Merida ist die Tochter des Königs von Schottland. Nichts liebt der Wildfang mehr, als einsame Ausritte in die Tiefen des Waldes. Mit Pfeil und Bogen verfehlt das Mädchen kein Ziel. Aber wie es bei hochwohlgeborenen Damen nun mal Brauch ist, steht Merida eine vorgezeichnete Zukunft als Hausfrau und Mutter bevor. Königin Elinor hat einen Termin festgesetzt, an dem die Söhne der Clan-Chefs - einer bildungsferner als der andere - vorstellig werden sollen. Merida spielt das Spiel nicht mit und beschwört mit ihrem Aufbegehren einen Krieg zwischen den Sippen herauf. Während sich der Vater darum bemüht, die Wut seiner Gäste zu besänftigen, versichert sich seine Tochter der Dienste einer Hexe. Nicht, dass die Alte das Mädchen nicht gewarnt hätte. Wünsche gehen nämlich oft nach hinten los.

„Merida - Legende der Highlands“ ist ein temporeiches, spannendes, humorvolles Trickfilmabenteuer von atemberaubender Schönheit. Der absolute Höhepunkt der Animationskunst ist mit diesen wunderbaren Figuren und den traumhaften schottischen Landschaften erreicht. Die Story von „Merida“ entspricht dem klassischen Disney-Kino.

Während sich eine andere Firma bei diesem Vergleich zum Ritter geschlagen fühlen darf, ist das für Pixar zu wenig. Natürlich kann selbst die genialste aller Pixelschmieden das Geschichtenerzählen nicht jedes Mal neu erfinden. Trotzdem muss man die Höchststrafe aussprechen: Dieser Film ist nicht grandios, sondern leider nur großartig.

Die deutsche Synchronisation der Titelheldin übernahm Nora Tschirner („Keinohrhasen“) - eine gute Wahl.

Genre: Animationsfilm

Altersfreigabe: ab 6

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von André Wesche

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