Ballettschule Ho zeigt zum zehnjährigen Bestehen das Ballettmärchen „Die kleine Raupe“

Und es winkt die kleine Maus

So niedlich: Die Jüngsten tanzen auf der Bühne des Schauspielhauses als Mäuse. Foto: Malmus

Kassel. Die kleine Maus im Ballettröckchen hat ganz anderes als Tanzen im Sinn. Zum Zuschauerraum gewandt, steht sie auf der Bühne, schaut ins Dunkel und winkt ihren Eltern zu. Glücklich und aufgeregt. Dafür gab es Sonderapplaus des Publikums. Kinder auf der Bühne sind Herzensöffner, und so gesehen gab es am Sonntagabend im Schauspielhaus, als die Ballettschule Ho das Märchen „Die kleine Raupe“ aufführte, auch viele emotionale Momente und vor allem Elternstolz.

Die Kostüme der 60 Schüler, die Jüngste ist gerade drei, sind eine Augenweide. Fantasie und Können sind Milanka Katcharova, die zusammen mit Julie Franzen auch choreografisch mitwirkte, nicht abzusprechen. In der Geschichte um eine Naturidylle, die von Waldarbeitern gefährdet ist, haben alle ihren Part. Da tanzen die Jüngsten als kleine Mäuse und Schmetterlinge über die Bühne, zeigen die niedlichen Marienkäfer ihr Können, die Vögel, Bienen, Frösche und Glühwürmchen lassen in gelungenen Ensembleauftritten die Freude am Tanz aufblitzen, alle dirigiert von dem Raben (Heinrich Baumgärtner). Überhaupt gelingt es Choreograf Terrance Ho Sin Hang, ehemals Ballettdirektor am Kasseler Staatstheater, die zahlreichen Gruppen-Auftritte mit choreografischem Gespür ineinander zu verzahnen, und die Soli der Größeren in den Mittelpunkt zu stellen: Madlen Kunert und Martha Langer, Clara Domes und Nele Kunert tanzen Ballett-Impressionen von großem Liebreiz.

Die Natur lebt, so lautet die Botschaft des Ballettmärchens zur mitreißenden Musik von Karen Khachaturian: Eine Fee, die sich in eine Raupe verwandelt, hilft den Tieren, ihren Lebensraum zu retten: Im großen Abschlussbild tanzen Madlen Kunert und Carla Klaassen ganz profihaft ins Happy-End hinein, Anmut und Technik begeistern. Zuvor hatten die dunkel gekleideten Waldgeister mit einem düster expressionistischen Tanz das Publikum hingerissen, das sich zum Schluss mit stürmischem Applaus bedankte. Zehn Jahre Ballettschule Ho, dieser Abend zeigte eindrucksvoll, was eine Schule leisten kann.

Von Juliane Sattler

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