Patrick Stanke inszeniert am Theater im Centrum das Musical „Der kleine Horrorladen“ - Morgen Premiere

„Wir bringen Lokales mit hinein“

Schüchterne Begegnung: Inga Jamry als Audrey und Michael Fajgel als Seymour bei Proben zu „der kleine Horrorladen“. Foto:  nh

Kassel. Es ist eine ungewöhnliche Premiere. Nachdem das private Kasseler Musicaltheater tic in den vergangenen Jahren mit selbst geschriebenen Stücken eine große Fangemeinde angezogen hat, zeigt das Team um tic-Leiter Michael Fajgel nun einen Musicalklassiker. Am Freitag ist Premiere für „Der kleine Horrorladen“. Das rockige Horror-Musical von Howard Asham und Alan Menken erzählt von dem Angestellten Seymour (Fajgel), der eine menschenfressende Pflanze züchtet, damit der Blumenladen von Mr. Mushnik (Christoph Steinau) besser läuft. Als Regisseur wurde Patrick Stanke gewonnen, der in Kassel als Jesus in „Jesus Christ Superstar“ auf der Staatstheaterbühne stand.

Was ist das Besondere an Seymour und der blutrünstigen Pflanze Audrey II?

Patrick Stanke: Das Musical wird seit 30 Jahren an allen Bühnen der Welt gespielt. Wir sprechen von einem Meisterwerk. Es gibt mehrere Ohrwürmer. Und: Der „Horrorladen“ ist anspruchsvoll gebaut - das Anspruchsvolle daran ist, es nicht so klingen zu lassen. Es klingt leicht und eingängig. Außerdem ist es ein Spiegelbild des Lebens, jeder kann sich darin finden, die weniger Erfolgreichen wie die ganz Normalen.

Wie ist das tic auf Sie als Regisseur gekommen?

Stanke: Ich habe den „Horrorladen“ in Wuppertal inszeniert - die Kritiken waren gut.

Inszenieren Sie hier ähnlich wie in Wuppertal?

Stanke: Nein, es sind verschiedene Bühnen und völlig unterschiedliche Ensembles. Gleich ist: Der Charme des Stücks soll sofort spürbar werden. Mir ist beim Inszenieren immer wichtig, dass die Darsteller so ehrlich wie möglich sind. Man soll nicht merken, dass sie eine Rolle spielen.

Und was ist das Kassel-Spezifische?

Stanke: Wir bringen lokales Geschehen mit hinein. Was das für Kassel ist, verrate ich noch nicht. Nur als Beispiel: Wenn es im Stück um Machtwechsel gehen würde, würde ich einen Ägyptenbezug einbauen. Ich habe ein paar Szenen umgebaut. Und es gibt etwas Einzigartiges in der Musicalgeschichte: Die Pflanze Audrey II wird auf der Bühne agieren. Bei uns sind sie und der Zahnarzt eine Person.

Für das Kasseler Publikum ist es neu, im tic einen Musicalklassiker zu sehen. Wie haben Sie die tic-Inszenierung erarbeitet?

Stanke: Wir greifen die örtlichen Traditionen auf - im tic gibt es als Running Gag immer den Titel „Girl from Ipanema“, den bauen wir auch ein. Wir wollen die tic-Fans nicht verschrecken, sondern sie eher mitnehmen auf eine Reise, was im tic sonst noch geht.

Juckt es Sie in den Stimmbändern, selbst mitzusingen?

Stanke: Ehrlich gesagt nicht. Anfangs hätte ich gedacht, dass es mich mehr reizt. Aber es ist jetzt klar, dass ich als Regisseur ganz andere Aufgaben zu bewältigen habe. Das ist sehr reizvoll.

Premiere am Freitag, 19.30 Uhr, viele weitere Termine, Theater im Centrum, Akazienweg 24, Tel. 0561-7018722.

Von Bettina Fraschke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.