Die Amigos: „Wir erkennen keine heile Welt“

Die Amigos

Bernd Ulrich und sein Bruder Karl-Heinz sind die seit 1970 existierende Schlagergruppe Die Amigos. 2006 gelang ihnen der große Durchbruch mit ihrem Auftritt bei Achim Mentzel in der MDR-Hitparade. Am 5. Februar geben sie ein Konzert in der Kasseler Stadthalle.

Service

Sonntag, 5. Februar, 16 Uhr, Stadthalle Kassel. Tickets beim HNA-Kartenservice unter 0561/203 204.

Seither erhielten sie für ihre zahlreich verkauften CDs Gold- und Platinschallplatten. Wir sprachen mit Amigo Bernd Ulrich darüber, was guten Schlager ausmacht, und über ihre Karriere.

Herr Ulrich, wie sind Sie eigentlich zur Musik und ins Musikgeschäft gekommen?

Bernd Ulrich: Musik wurde bei uns daheim immer gespielt. Unser Opa hatte eine Kapelle, und er hatte einen Musikschrank mit alten Schellack-Schallplatten. Mit denen haben wir uns immer vergnügt. Als wir Jugendliche waren, kam bei uns der Wunsch nach Musikinstrumenten auf. Den haben uns unsere Eltern erfüllt und von da an haben wir Musik gemacht und schließlich 1970 Die Amigos gegründet. Von da an sind wir von Dorf zu Dorf gezogen und haben auf Silberhochzeiten, Hochzeiten und Faschingsveranstaltungen gespielt. Daneben haben wir unsere Berufe erlernt, und die Musik hat uns bisher durch unser ganzes Leben begleitet. Die Musik ist für uns immer DAS Hobby gewesen. Vor unserem Durchbruch war ich Bierbrauer und mein Bruder war Lkw-Fahrer.

Sie sind ja ein kleines Familienunternehmen. Ihre Tochter singt seit dem Jahr 2000 auch bei den Amigos mit. Wie kamen Sie dann auf den Namen?

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Die Amigos grüßen mit "Weißt du, was du für mich bist"

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Ulrich: Als wir 1968/69 die Idee hatten, eine Band zu gründen, wurde in der Musik viel Englisch gesungen. Einen englischen Namen wollten wir aber nicht unbedingt. Und da wir auch Freunde sind, haben wir uns für den Namen Amigos entschieden.

Wie muss ein guter Schlager heute musikalisch sein?

Ulrich: Es geistert ja das Vorurteil herum, dass der Schlager und die Volksmusik nur die heile Welt besingen. Mag sein, dass das bei einigen so ist. Aber wir heben uns da ein bisschen ab, weil wir die heile Welt nicht mehr erkennen. Wir singen Lieder, die aus dem Leben gegriffen sind, mit denen sich die Leute identifizieren können.

Sie haben 1970 mit den Amigos angefangen, 2006 kam der große Durchbruch. Waren diese 36 Jahre für Sie eigentlich harte Jahre?

Ulrich: Überhaupt nicht. 2006 hatten wir die Möglichkeit, bei Achim Mentzel in der MDR-Hitparade teilzunehmen, und dort sind wir mit großem Abstand Musikantenkaiser geworden. Und danach kam jeden Tag eine andere positive Botschaft. Wir haben dann schon überlegt, ob wir unsere Berufe aufgeben sollen. Weil es ja heute nicht so einfach ist, den Beruf an den Nagel zu hängen und dann in eine Branche zu wechseln, in der man nur unterwegs ist. Vor allem muss die Familie mitspielen.

Wie ist es jetzt als hauptberuflicher Musiker für Sie?

Ulrich: Jetzt macht es einen riesigen Spaß, aber wir haben lange überlegt, ob wir das überhaupt hauptberuflich machen sollen. Wir waren bis dahin auch mit unserem Leben zufrieden und haben die Menschen im kleinen Rahmen begeistert. Aber wenn du die Möglichkeit hast, stellst du dir natürlich die Frage: Wenn wir es jetzt nicht machen, werden wir es wahrscheinlich nie mehr machen. Dies war der ausschlaggebende Punkt. Und wir haben den vollen Rückhalt unserer Familien.

Ihr aktuelles Album heißt „Mein Himmel auf Erden“. Wie geht es bei Ihnen jetzt musikalisch weiter?

Ulrich: Wir sind mitten in den Vorbereitungen für das neue Album, das wir dieses Jahr veröffentlichen. Zusätzlich soll es ein Weihnachtsalbum geben - ausnahmslos mit Liedern von uns.

Von Michael Schorn

Hintergrund

Der 61-jährige Bernd Ulrich sein 63-jähriger Bruder Karl-Heinz sind Die Amigos. Sie machen volkstümlichen Schlager und stammen aus dem mittelhessischen Hungen-Villingen. Beide Brüder sind verheiratet. Karl-Heinz Ulrich spielt Gitarre und Keyboard und Daniela Alfinito, die Tochter von Bernd Ulrich, verstärkt die Amigos als Sängerin. Die Amigos erhielten für ihre Alben Gold und Platin in mehreren Ländern. (mso)

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