„Wir freuen uns auf Lacher“: Das Brüder-Grimm-Musical Rapunzel

Kassel. Märchenhaft geht es ab Donnerstag im Botanischen Garten zu: Das Brüder-Grimm-Festival hat für seine Musicalproduktion die Bühne aufgebaut. Vier Wochen lang wird eine witzig-hintergründige Geschichte von „Rapunzel“ dort gespielt. Wir haben mit einigen Verantwortlichen gesprochen.

Neu: Die Musik wird von einer Band live gespielt, geleitet von Komponist Roland Oumard.

Worin bestand die Herausforderung am neuen Spielort?

Michael Fajgel: Davon mal abgesehen, dass der Sommer bisher unbeständig ist, müssen wir wieder wie auf der Insel Siebenbergen jedes Kabel und jede Requisite einzeln herbringen. Außerdem müssen unsere Ensemblemitglieder noch genauer zuhören, wo wir mit echter Band arbeiten.

Sie erzählen eine eigene Rapunzel-Version von dem verarmten Königsgeschlecht Trott zu Hottenstolz, das um Geld zu besorgen, seine Tochter verkaufen will - wie entwickelt man solche Ideen?

Fajgel: Ausgangssituation war, dass wir keinen hohen Rapunzelturm haben. Also musste ich mir eine andere Grundsituation und eine andere Handlung ausdenken - der Turm bei uns ist verfallen, dann lag die Assoziation nah, das auch das Herrschergeschlecht verfallen ist und ich kam von dort zur Finanzkrise.

Also geht es auch ein bisschen politisch und ernst zu?

Fajgel: Es geht darum, was Frau Merkel auch versucht: Geld zu beschaffen. Aber wir ziehen das Thema natürlich durch den Kakao, bei uns tritt ein Zinseintreiber auf, der spricht nur über Fiskalpakte - und da stellt sich ein Effekt wie beim Nachrichtenhören ein: Man blickt kaum durch.

Worauf freuen Sie als Darsteller sich am meisten, Sie spielen Rapunzel und den Prinzen?

Annabelle Mierzwa: Es gibt einen Frisiersalon im Stück, der mich in all seiner rosa Pracht an das Barbie-Teil erinnert, das ich als Kind hatte. Darin werde ich aufgehübscht zur Superprinzessin. Toll!

Tim Müller: Ich bin der Prinz, der inkognito mit seinem Knappen reist. Wir sind Briten und spräkken Inglisch. Wir sind ein witziges Pärchen, Leute, die Humor mögen, kommen hier auf ihre Kosten. Wir machen eine witzige Teatime mit einem Straßenräuber. Und ich habe ein schönes Duett mit Annabelle.

Mierzwa: Er bringt mir Englisch bei, das ist ein bisschen wie bei „My fair Lady“.

Müller: Dabei verlieben wir uns ineinander. Rapunzel weiß ja nicht, dass ich ein Prinz bin, das ist sehr schön.

Was ist besonders schwierig an einer komischen Rolle?

Müller: Ehrlich zu bleiben. Nicht nur mit der Faust aufs Auge zu drücken: Ich bin jetzt komisch, sondern in meinem Charakter ehrlich und authentisch zu bleiben.

Freuen Sie sich, dass die Premiere jetzt bevorsteht?

Mierzwa: Ja, endlich rundet sich alles.

Müller: Und wir freuen uns auf Lacher, wenn wir endlich vor Publikum spielen.

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