„Wir sehen uns in der Hölle“: Die Shanty-Rocker von Santiano in Wilhelmsthal

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Feuerte das Publikum an: Sänger Björn Both.

Calden. Die Shanty-Rocker von Santiano sind nicht aufzuhalten. Nun präsentierte die Formation aus Schleswig-Holstein im Schlosspark Wilhelmsthal ein mitreißendes Konzerterlebnis für 1600 Landratten.

Rum, Seemannsgarn, Matrosen: Die aus dem Flensburger Raum stammende Band Santiano ist mit ihrem Mix aus Volksliedern, Irish Folk und Seemannsliedern in kurzer Zeit in den goldenen Hafen des kommerziellen Erfolges geschippert. Ausverkaufte Konzerte, CD-Umsätze, von denen die Musiker noch vor wenigen Jahren nicht mal träumten.

Am Donnerstag präsentierten sich rockenden Seebären vor geschätzten 1600 Landratten open air vor dem Schloss Wilhelmsthal in Calden (Landkreis Kassel). Die Riesenbühne, eine tolle Lichtshow und jede Menge Pyrotechnik sorgten auch optisch für ein mitreißendes Konzerterlebnis.

Mit „Gott muss ein Seemann sein“ ging es in den Abend. Das Publikum, Menschen jeden Alters, stieg sofort darauf ein. Arme in die Höhe, Refrain mitsingen, gute Laune haben. Am Mikro zumeist Sänger Björn Both, eine Stimme wie mit Rum geölt und von Stürmen gegerbt. Neben ihm, weißhaarig und fiedelnd wie ein Derwisch: Pete Sage, der auch das Akkordeon spielte. Dahinter, wild am Ackern: Schlagzeuger Timsen Hinrichsen und Marco Möller. Die anderen - Axel Stosberg (Percussion), Andreas Fahnert (Gitarre), Dirk Schlag (Gitarre) und Arne Wiegand (Keyboard) blieben im Hintergrund. „Seid ihr da, Calden?“, hörte man Both immer wieder rufen und das Publikum anfeuern. Es war ein Konzert, wie es sich die Besucher sicher gewünscht hatten.

Treibende Rockgitarren, ein guter Sound, Lieder zum Mitsingen und Mitgröhlen: „Bis ans Ende der Welt“, „Hoch im Norden“, „Frei wie der Wind“, einige Pop-Klassiker wie „Whiskey in the Jar“.

In den Texten dominieren das Meer, Rum, Weib und Gesang sowie der Teufel: „Wir sehen uns alle in der Hölle wieder.“ Zwischendurch etwas Seemannsgarn - kleine Geschichten mit Spaßfaktor und dem Bekenntnis: „Stimmt natürlich nicht.“ Die Fans waren entzückt. Sympathisch auch die Aura der Musiker: Kumpeltypen, die sich richtig freuten, vor so einer großen Menge zu spielen. Lautstarker Applaus, drei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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