Interview: Die Rockband Wishbone Ash tritt am Samstag beim Burg-Herzberg-Festival auf

Wishbone Ash im Interview: "Wir sind keine Tribute-Band"

Typischer Gitarrensound: Andy Powell von Wishbone Ash. Foto:  dpa

Wishbone Ash ist seit 1969 eine der anerkanntesten Gitarren-Rockbands, die in den Siebzigern weltberühmt wurde. Das Quartett wird seine melodiösen Rocksongs am Samstag, 22.30 Uhr, als Headliner beim Burg-Herzberg-Festival in Breitenbach präsentieren.

Ein neues Album, "Elegant Stealth", gibt es auch. Wir sprachen mit dem Sänger und einzigen verbliebenen Gründungsmitglied, Andy Powell.

Das Markenzeichen von Wishbone Ash ist das eng verzahnte Spiel von zwei Leadgitarren. War das von Anfang an geplant ?

Andy Powell: In meiner Zeit vor Wishbone Ash war ich sehr von Blues, Motown-Sound und Rhythm’n’Blues beeinflusst. Als ich dann anfing, für Geld zu spielen, arbeitete ich immer mit Gruppen zusammen, die Bläser hatten. Und das gab mir die Idee für den Doppel-Leadgitarren-Sound. Als wir Wishbone Ash gründeten, wollten wir auch eine Klangfarbe entwickeln, die fast wie eine Bläser-Sektion klang. Die Gitarren sollten ihre eigenen Linien spielen.

Wie sind Sie gerade als Rockband darauf gekommen?

Powell: Es sollte bei Wishbone Ash einerseits Improvisationsmöglichkeiten geben, und die Rolle der Gitarre sollte ausgeweitet werden. Andererseits kann man nicht die ganze Zeit herumimprovisieren. Das wird für den Zuhörer zu langweilig. Aber wenn man interessante Twin-Lead-Guitar-Teile einbaut, dann ergibt das ganz neue Tonfarben.

Ihr Twin-Lead-Guitar-Playing ist Ihr Markenzeichen. Hat es aber noch dieselbe Bedeutung wie in den Siebzigern?

Powell: Seit dieser Zeit haben die Menschen eine Masse Gitarren-Musik gehört. Heutzutage ist die Songstruktur sehr wichtig, während zum Beispiel „Argus“ ein Konzept-Album war. Manchmal schreiben wir ein Lied in diesem Stil, aber wir erkunden auch andere Varianten eines Songs. Das Doppel-Leadgitarren-Spiel wird uns nie verlassen.

Fühlen Sie dasselbe wie früher, wenn Sie einen Song wie „Phoenix” intonieren?

Powell: Ja, absolut. Das Faszinierende an diesem Lied ist, dass es sich von Tour zu Tour wandelt. Vor Jahren haben wir zum Beispiel eine Reggae-Sektion eingebaut.

Wann haben Sie erkannt, dass die Band Ihr Leben sein würde?

Powell: In meinen frühen Zwanzigern stellte ich fest, dass diese Gruppe etwas richtig Großes war. Später ging der Geist verloren. Es gab keine Sicherheit für Erfolg. Wir hatten immer eine riesige Fanbasis. Warum nicht weitermachen? Ich übernahm also die Kontrolle über die Aufnahmen und das Management.

Ist es schwer, etwas Neues zu schreiben, wenn man fast kontinuierlich auf Tournee ist?

Powell: Obwohl wir eine schwer arbeitende Band sind, bleiben wir kreativ. Wir wollen uns auch frisch halten, wir sind keine Tribute-Band.

Von André de Vos

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