Jakob Sinn von Revolverheld im Interview über die Karriere der Band und den Auftritt in Nordhessen

„Wir werden Wolfhagen rocken“

Wolfhagen. Es ist ein heißer Sommertag, an dem wir Jakob Sinn zum Interview ans Telefon bekommen. Der „Revolverheld“-Schlagzeuger sitzt an einem seiner wenigen freien Tage gemütlich zu Hause in Hamburg sitzt und plaudert zufrieden über sein Leben als Star und den anstehenden Festivalmarathon, der ihn am 29. August zum Soundcircle-Festival nach Wolfhagen (Landkreis Kassel) führt.

Revolverheld zählen zwar zu den jungen Wilden im deutschen Musikgeschäft, aber Revolverheld gibt es schon seit 2003.

Jakob Sinn: Genau genommen sogar seit Ende 2002, allerdings damals noch nicht unter dem Namen „Revolverheld“. Namensmäßig haben wir mit „Manga“ anfangs etwas daneben gegriffen. Der war natürlich wegen der Comics von einem großen Verlag geschützt, so dass wir wenig später als „Tsunami Killer“ durch die Clubs zogen. Das passte nach der schrecklichen Welle in Südostasien nicht mehr, so wurden wir letztlich zu „Revolverheld“.

Dann haben Sie sehr schnell den Traum aller jungen Bands gelebt: Plattenvertrag, ausverkaufte Konzerte und das erste Album in den Charts. Wie haben Sie das angestellt?

Sinn: Ehrlich gesagt, ein wirkliches Geheimrezept gibt es nicht. Der Plattenvertrag kam sehr schnell durch unseren Manager, kurz nachdem wir unseren jetzigen Bandnamen gefunden hatten. Naja, und dann hat einfach alles gepasst. Wir sind uns immer treu geblieben, haben anfangs noch am Booking mitgearbeitet. Und dann die erste große Tour mit Silbermond, die Single „Generation Rock“ und das Album „Revolverheld“. Es hat einfach geknallt.

Das Debütalbum und auch der Nachfolger „Chaostheorie“ schossen in die Top 10 der Charts. Ihr neuestes Werk „In Farbe“ steht dem in nichts nach, auch die Single „Spinner“ ist ein Hit. Sind die Revolverhelden schon Millionäre?

Sinn: Das wäre schön. Wir haben zwar 250 000 Alben verkauft, aber Menschen vergessen häufig, was für ein gigantisches Team an einem solchen Projekt beteiligt ist. Aber ich will mich nicht beschweren, wir leben schon recht gut. Und unser Ziel war es, von der Musik leben zu können.

Zur Fußball-Europameisterschaft hatte ganz Deutschland Euren Titel „Helden 2008“ gegrölt . Wieso zur WM in diesem Jahr so zurückhaltend, keine Lust auf „Helden 2010“?

Sinn: Das war eine gigantische Zeit, aber der Fußballhit war 2008. Das wäre einfach nicht zu überbieten gewesen.

Es gab aber auch Zeiten, da waren die Fans vor der Bühne nicht wegen Ihrer Band da. So wird es in Wolfhagen auch einige Newcomer geben. Irgendwelche Tipps?

Sinn: Uns ergeht es ja heute auch noch häufig so, wenn wir bei großen Festivals spielen. Ich habe es immer als Herausforderung gesehen, die Besucher, die noch nichts von uns gehört hatten, zu überzeugen, sodass sie beim nächsten Mal vielleicht wegen Revolverheld zum Festival kommen.

Soundcircle ist neu, Wolfhagen nicht. Schon mal was von diesem kleinen Städtchen in Nordhessen gehört?

Sinn: Ich muss gestehen, ich habe es erst vor ein paar Minuten gegoogelt. Ich bin sicher, wir rocken Wolfhagen und werden aus dem Festival eine Riesenparty machen.

Soundcircle-Festival, 27. bis 29. August, ehemaliges Kasernengelände Wolfhagen. Infos/Karten: www.soundcircle-festival.de

Von Sascha Hoffmann

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