Trombone Shorty sorgt mit seinem Album „Backatown“ für Aufsehen

Wirbelsturm auf der Posaune

Gilt als Bläser-Genie: Trombone Shorty. Foto: Haberlandy/ nh

Er ist einer der Jungspunde, die für Aufsehen sorgen. Aber er kann es sich leisten, forsch aufzutreten. Auch wenn sich bei einem Musiker, der aus New Orleans kommt, der Vergleich mit einem Wirbelsturm fast verbietet, Trombone Shorty ist so einer. Er gehört zu den Leuten, die New Orleans nach Hurrikan und Ölpest mal wieder mit dem in die Schlagzeilen bringen, was die Stadt im Süden der USA eigentlich immer war, Brutstätte bester Musik.

Troy Andrews heißt der hochgewachsene, cool auftretende Typ, der seinen Musikernamen dem Umstand zu verdanken hat, dass er schon als Vierjähriger in der Brass-Band seines Bruders die Posaune blies. Weil er damals noch zu kleine Lippen hatte, mit einem Trompetenmundstück.

„Shorty ist ein Genie. Er spielt sich den Arsch ab und ist ein wunderbarer Mensch“, so charakterisierte Lenny Kravitz ihn kurz und bündig. Der Funk-Rock-Superstar war von Shorty so begeistert, dass er das Multitalent 2005 mit auf seine Welttournee nahm.

Ein Jahr später stand Shorty mit U2 und Green Day zur Wiedereröffnung des Superdome von New Orleans auf der Bühne. Bono und The Edge von U2 gehörten schon länger zu den Fans von Trombone Shorty. Sie hatten ihn als Zwölfjährigen erstmals gehört und tanzten, wie sie später bekannten, vor Begeisterung auf den Tischen.

Shorty will sich mit seiner Musik nicht in eine der gängigen Schubladen pressen lassen. „Supafunkrock“ hat er seine Musik getauft, die Mischung aus Funk, Rock, Rhythm ’n’ Blues, Jazz und Hip-Hop, hat sie auf groovende, sich stetig wiederholende musikalische Melodien und Rhythmen aufgebaut. Sein „Southern Swing“ ist entspannend und zwingend zugleich.

Sein neues Album, seit Monaten schon in Frankreich und England zu haben, hat seit Kurzem auch den deutschen Markt erreicht. Backatown, so wird die Gegend im New-Orleans-Ortsteil Treme genannt, aus der Shorty stammt, genannt. Dort auf dem Congo Square fanden sich die ersten befreiten Sklaven zusammen und legten die Grundlagen für die Musik, die sich heute Jazz nennt.

„Backatown“ hat Trombone Shorty auch das Album genannt. Lenny Kravitz macht singend und mit Gitarren-Riffs als Gast mit. Selbst Allen Toussaint, der Meister aller Klassen aus New Orleans, ist dabei.

Gumbo oder Jambalaya werden die scharfen Eintöpfe, die man in Treme genießt, genannt. „Alles wird zusammengemischt“, sagte Trombone Shorty einmal dazu. „Und genauso funktioniert Jazz.“

Trombone Shorty: Backatown (Verve/Universal). Wertung: !!!!:

Von Peter Fritschler

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