Käptn Peng mit Schamanen-Hiphop im Kulturzelt am Samstag

Witz und Weisheit

Schräger Vogel: Robert Gwisdek alias Käptn Peng. Foto: Schachtschneider

Kassel. Käptn Peng und die Tentakel von Delphi betreten die Bühne des Kulturzelts am Samstag in verrückten Vogelmasken. Die Boxen vibrieren, ein sphärischer Klang umfängt die 800 Anwesenden. Der Frontmann ist barfuß. Auf dem Hi-Hat von Schlagzeuger Peter Bartz hüpft eine Vase mit einem Orchideenzweig. Diese Berliner Rapper interessieren sich nicht für die Gesetze der Straße. Sie verstehen sich eher als Schamanen, die mit Witz und Weisheit ihrem Publikum die Köpfe geraderücken wollen.

Käptn Peng ist der Schauspieler Robert Gwisdek. Mit seinem großen Bruder Hannes nahm er als Shaban und Käptn Peng 2012 das HipHop-Album „Die Zähmung der Hydra“ auf. Erweitert zu Käptn Peng und die Tentakel von Delphi folgte 2013 „Expedition ins O“. Shaban macht nun die Beats. Schlagzeuger Peter Bartz spielt auch auf Schellen und Kuchenblechen. Das Kollektiv vervollständigen Boris Nielsen am Kontrabass und Moritz Bossmann an der E-Gitarre.

Das Publikum ist so bunt wie die Band. Gekommen sind Schüler, Studenten und Menschen, von denen man nicht denken würde, dass sie HipHop hören, Barfußläufer und Turnschuhträger. Robert Gwisdek kündigt die Songs mit inhaltlichen Zusammenfassungen an. So wird jedes Lied bejubelt, bevor es angefangen hat. „Es ist so schön hier in Kassel. Wir sind sehr bewegt“, kommentiert der Käptn die Begeisterung.

In seinen Text kann sich schon einmal ein Goethe-Zitat mischen. Inhaltlich geht es um Erkenntnis, Selbstbestimmung, Gesellschaftskritik und das Sehen mit dem Herzen. Die ernsten Themen werden zu äußerst lustigen Texten versponnen, die immer leicht an Dada erinnern. Textprobe: „Klüger werden, neuer werden, von anderen Wesen besteuert werden, die Quelle allen Seins finden und dabei bescheuert werden.“

Erstaunlicherweise beherrscht das Publikum einen großen Teil der rasend-schnell gerappten Worte. Die Band zeigte sich davon und von drei geforderten Zugaben beeindruckt.

Von Valerie Schmidt

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