Liedermacher Götz Widmann im Schlachthof

Witzige Balladen

Gab sein Konzert im Freien: Götz Widmann. Foto: Broy

Kassel. Götz Widmann ist gefühlvoll, authentisch, scharfsinnig, ironisch, witzig – alles, nur nicht langweilig. Selbst wenn er, wie am Dienstag im Kasseler Schlachthof, sein Programm unter das eintönig wirkende Motto „Balladen – die schönsten leisen Lieder“ stellt.

Am bisher heißesten Tag des Jahres wurde das Konzert des Liedermachers kurzerhand in den Biergarten des Kulturzentrums verlegt, eine vom Publikum dankbar aufgenommene Entscheidung.

Mehr als zweieinhalb Stunden lang unterhielt der Bonner mit gefühlvollen Widmann-Klassikern wie „Meine nächste große Liebe“, einem Mutmach-Stück gegen Liebeskummer, und lockeren Anmoderationen („Ich pflege heute den musikalischen Masochismus. Hier kommt die Mutter aller Rasierklingen-Songs“). Der 45-Jährige wurde in den 90er-Jahren mit seinem Bühnenpartner Martin Simon, genannt Kleinti, bekannt. „Joint Venture“ nannten die beiden sich, tourten mit Mundharmonika und Gitarre durch die Republik und begeisterten ihr vorwiegend alternatives Publikum.

Im Jahr 2000 starb Kleinti. Widmann entschied sich, allein weiterzumachen, und erinnert seither in jedem seiner Konzerte an den Freund. So auch diesmal mit einem „Friedenslied für den alltäglichen Gebrauch“, das noch zu Joint-Venture-Zeiten geschrieben worden war.

Neues Lied zur Hochzeit

Auch wenn die lauten, schnellen Songs, in denen aus Widmanns Publikum regelmäßig ein generationenübergreifender Mitsing-Chor wird, diesmal nicht auf dem Programm standen: die Stimmung war gut. Wenn es allzu ruhig und andächtig wurde auf den voll besetzten Bierbänken, streute Widmann einige seiner neuen Stücke ein, die im Herbst auf einer neuen CD erscheinen sollen.

Einem davon merkte man zur Erheiterung der Zuhörer an, dass der Sänger bald heiraten wird. Widmann, der in vielen seiner Lieder das Image eines sich selbst liebenden Chauvinisten pflegt, bekennt darin: „Es geht mir tierisch gegen den Strich, aber meine Frau ist besser als ich.“

Stürmischer Applaus – auch für den Kölner Liedermacher Kriss Cologne, der mit seiner Mischung aus HipHop-Gitarrenmusik vor Widmann aufgetreten war.

Von Sonja Broy

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