Neu im Kino: „Die Wahrheit über Männer“

Witzige Suche nach dem Glück

Wenigstens zeitweise glücklich: Julie (Rosalinde Mynster) und Mads (Thure Lindhardt). Foto: Camino/ nh

Ausgerechnet bei der Einweihungsparty im neuen Heim, während ihm seine Freundin Marie eine Liebeserklärung macht, wird Mads klar, dass er dieses Leben gar nicht will. Er kapiert, dass er einer jener Männer ist, die es nicht ernst nehmen, wenn ihre Freundin vom Kinderkriegen spricht, und dann aus allen Wolken fallen, wenn sie ihn beim Wort nimmt.

Wo ist der Mann, der Mads eigentlich sein wollte? Wo ist das Glück geblieben? In der dänischen Komödie „Die Wahrheit über Männer“ zieht der Mittdreißiger in diesem Moment die Notbremse, verlässt das Haus, die Frau und den Job, mietet sich eine coole Singlebude und will auf der ganzen Linie neu anfangen.

Da es sich um einen dänischen Film handelt, entwickelt sich diese witzige und doppelbödige Komödie vom Drehbuchduo Nikolaj Arcel (auch Regie) und Rasmus Heisterberg nicht in Richtung betuliche Vorhersehbarkeit.

Sie traut sich vielmehr einen fast schon zynischen Schluss - weit entfernt von einem glatten Happy End. Sie pflegt (vielleicht etwas zu selbstverliebt) einen assoziativen Erzählstil, bei dem zwischen Mads Frauen-Träumereien und seinen echten Dates nicht ganz trennscharf unterschieden wird.

Mads (Thure Lindhardt, „Into the wild“) kommt aus seinem Job als Skriptschreiber für ewig gleiche TV-Serien nicht so leicht raus. So überblendet der Film die Handlung immer wieder mit den typischen 08/15-Drehbuchstrukturen solcher Machwerke, montiert eine Spannungskurve ins Bild und zeigt Ausschnitte von Mads einstigen Filmerfolgen. Wie schön wäre es, wenn sein Leben wenigstens so abenteuerlich wäre wie das seiner Filmfiguren.

Wo ist die absolute Wahrheit, die Mads so gern zum Lebensmaßstab machen will? Der Neustart gestaltet sich nicht leicht. Die Damenbekanntschaften entpuppen sich teilweise als Mogelpackungen, Julie, das einzige Mädchen, mit dem Mads sich dann doch etwas Festeres vorstellen könnte, lässt ihn hängen - mit genau derselben Begründung, die zuvor er bei Marie angewandt hatte. Mads kommt in einem gar nicht so einfachen Prozess des Kompromissefindens an. Man nennt ihn Erwachsenwerden.

Genre: Komödie

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!!:

Von Bettina Fraschke

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