Die Sängerknaben des „Mozart-Chors“ gastierten in Kaufungen

Die World Wide Wiener

Kaufungen. Ein Bittlied um Regen aus Usbekistan, ein frommer hinduistischer Gesang aus Indien (brav in Dur und Moll!) und ein persischer Sufitanz - wer hätte das erwartet beim traditionellen Weihnachtskonzert in der Kaufunger Stiftskirche?

Zu Gast war in diesem Jahr der „Mozart-Chor“ der Wiener Sängerknaben, einer von vier Unterchören, der wie die drei anderen Formationen seinen Ruhm aus der „Hauptstadt der Musik“ in alle Welt trägt – und von dort auch Mitbringsel an die Donau heimführt.

24 Buben in ihren blauen Matrosenuniformen sangen sich so um die Welt. Ohne Noten, alles auswendig gesungen und überwiegend auf einem hohen Niveau. Es ist umso höher zu schätzen, dass die Intonation fast durchweg gut sitzt, da die Sängerknaben, anders als die deutschen Knabenchöre aus Leipzig, Dresden oder Regensburg, ohne Männerstimmen nur in Sopran- und Altlage singen.

Der Chor unter Leitung seines Kapellmeisters Florian Schwarz umrundete die ganze Welt. Von China ging es nach Argentinien. „Navidad nuestra“ (Unser Weihnachten) heißt das Stück des Komponisten Ariel Ramírez, von dem vier heitere Lieder erklangen. Nur ein musikalischer Katzensprung dann zur USA mit ihren zwei modernen Spirituals, ehe es über den Atlantik zurück nach Österreich ging.

„Still, still, still“ und andere alpenländische Weihnachtslieder zeigten, wo die Heimat der World Wide Wiener liegt. Das Publikum machte die Weltreise mit einer immer stärker werdenden Mischung aus Rührung und Begeisterung mit und entließ die Buben erst nach der dritten Zugabe.

Zwischen den beiden Konzerthälften spielte der musikalische Hausherr, Kaufungens Kantor Martin Baumann, eine Suite für Orgel des französischen Barockkomponisten Clérambault.

Von Johannes Mundry

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