Kids-Club am Staatstheater feierte eine gelungene Premiere

Worte in der Mülltonne

Tolle Choreografien: Der Kids-Club des Staatstheaters zeigte das Stück „Ohne Worte“. Foto: Hedler

Kassel. Einige Tausend Worte spricht der Mensch pro Tag. Was aber, wenn die meisten davon plötzlich abhandenkommen? Eine kuriose Vorstellung, zugleich aber eine reizvolle Aufgabe, daraus eine szenische Bühnencollage zu kreieren.

„Ohne Worte“ heißt die neue Produktion, mit der der Kids-Club des Staatstheaters am Sonntagnachmittag im tif vor 80 Besuchern eine bejubelte Premiere feierte.

Zwischen neun und elf Jahren sind die Darsteller, 13 an der Zahl. Wie sie das Thema umsetzten, hatte Leben und Pfiff, Humor und Fantasie – und auch Bezug zur Realität, denn Worte sind auch ein Spiegel unserer Werte. Was tun, wenn fast alle Worte verloren gegangen sind?

Handel mit Worten

Man baut eine Maschine, die neue produziert. Und dann? Wird mit Worten gehandelt, denn es gibt „gute und schlechte Worte“, es gibt „wertvolle und weniger wertvolle Worte“, stellten die Kinder klar. „Die billigsten gibt es im Schlussverkauf.“ Auch „in Mülltonnen kann man Worte finden, die „sind allerdings meistens unbrauchbar“.

Nicht ganz, denn wie die jungen Darsteller zeigten, kann man damit eine prima Papierschlacht anzetteln. Ein poetisches Bild, wie die Kinder neue Worte kreierten: als Seifenblasen, die über die Bühne schwebten und die „man mit einem Netz wie Schmetterlinge fangen kann“. Auch dass es „ganz wichtige Worte gibt“, wurde herausgestellt: „Bitte und Danke“ zum Beispiel. Die wurden auf Papier geschrieben ins Publikum gebracht.

Fazit: eine gelungene Inszenierung. Großes Lob für die Leiterinnen, Theaterpädagogin Anna-Theresa Stoß und Giuliana Brede, die aus einem quicklebendigen Hummelschwarm ein strukturiertes Ensemble machten, die Texte so verteilten, dass jedes Kind zum Hauptdarsteller wurde und mit einfachen Choreografien viel Ausdruck kreierten.

Es spielten: Liberta Bardhi, Tom Drücker, Emilian Erenyi, Sara Gomera, Nico Hildebrandt, Marla Israng, Paul Momberg, Dana Prilagina, Janika Sauer, Maja Schreiber, Julius Striegel, Felicia Vennemann und Hannah Wilde.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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