Das geht: Pat Metheny für Göttinger Uni-Bigband

Wuchtig zur Sache

Ausgefeiltes Gruppenspiel: Die Göttinger Uni-Bigband. Foto:  nh

Kassel. Am meisten hätten ihn bei Pat Metheny die unglaublich schönen Melodien beeindruckt. Detlev Landeck hatte vorgestern seine Posaune zu Hause gelassen, um die Bigband XYJazZ der Universität Göttingen zu leiten, was er bereits seit 2007 tut.

Metheny für Bigband? Geht das? Hier die filigrane Fingerfertigkeit des Ausnahmegitarristen, die nicht selten im Gewand des Easy Listening daherkommt, aber bei aller Wärme des Sounds ungemein komplex und abwechslungsreich ist. Dort die 22-köpfige Bigband mit allem großorchestralen Drum und Dran: Trompeten, Posaunen, Saxofonen, Piano, Bass, Gitarre, Schlagzeug und Percussion.

Das ist ja das Schöne am Jazz: Dass er sich fast alles aneignen kann, es knetet, umformt, bearbeitet und wieder neu zusammensetzt, wobei im besten Falle etwas Unerhörtes entsteht, etwas, das die Vorlage weiter in sich trägt und doch ganz anders ist.

Die Uni-Bigband blieb den Beweis nicht schuldig. Metheny sah sich übrigens selbst in der Tradition der Bigband, enthalte seine Musik doch „viel Komposition und viele konzeptionelle Ideen“. Landeck kündigte eine „dynamische“ Spielweise im verhältnismäßig kleinen Schlachthof an - immerhin ein Drittel des Raums beanspruchte die große Formation für sich - und das war nicht übertrieben. Es ging gleich wuchtig zur Sache mit einem ausgefeilten Gruppenspiel, aus dem sich immer wieder famose Soli herauskristallisierten.

Erwähnenswert Andreas Parth und Burkhard Schäfer an Trompete und Flügelhorn, Tobias Melcher an der Posaune und Christine Paulus, die aus dem Altsaxofon herausholte, was herauszuholen war: pure Ekstase! Das Publikum ließ sich mitreißen und bekam zwei Zugaben.

Von Andreas Gebhardt

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