Die Türen traten mit sozialkritischen Texten im Kulturzentrum Schlachthof auf

Wuchtig und verrückt

Vor dem Auftritt: Die Türen sind (von links) Andreas Spechtl (der Frontmann von Ja Panik), Ramin Bijan, Maurice Summen, Michael Mühlhaus und Chris Imler. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Dienstag, 20.30 Uhr. Die Türen aus Berlin kündigte das Programmheft an. Spielen die mit zwei Equipments?, fragte man sich beim Betreten des Saals. Eins stand auf, das andere vor der Bühne. „Die sind noch spontan vorbeigekommen“, hieß es, als man nach der Vorband fragte.

Den Namen der Gruppe zu erfahren, war nicht leicht. Sie hieß Sound&OrchestraStage. Drei Musiker, die mit Keyboard, Schlagzeug und drei Filmprojektoren melodischen Elektro-Pop zum Besten gaben. Ein Türen-Öffner, der zwar musikalisch zu gefallen wusste, aber auch dafür sorgte, dass die angekündigte Band erst 90 Minuten später auftrat.

Dann endlich: Die Türen – Maurice Summen (Gesang), Andreas Spechtl (Gitarre), Ramin Bijan (Bass), Chris Imler (Schlagzeug) und Michael Mühlhaus (Keyboard). Im Gepäck: Ihr neuestes Album, dessen Titel alle Buchstaben des Alphabets aneinanderreiht.

Ganz so vielseitig ist ihre Musik zwar nicht, aber die Mischung aus Indie Rock, Pop, New Wave und Neuer Deutscher Welle geht durchaus ab, wenngleich auf filigrane Soundästhetik oder ausgedehnte Soli verzichtet wird. Um Wucht und Texte – mal sozialkritisch, mal leicht verrückt – geht es der Band offensichtlich mehr.

Mitmachteil zu Beginn

Zum Einstieg gab es kleine Plaudereien mit dem Publikum: „Wieso heißt es eigentlich ab nach Kassel?“, fragte Sänger Maurice Summen und lauschte der Erklärung aus dem Publikum. Es folgte –„Weil wir aus Zeitmangel den Mitmachteil gleich an den Beginn setzen müssen“ – die Aufforderung an das Publikum, „als Protestchor die Worte Rentner und Studenten“ mit zubrüllen.

Die Besucher, etwa dreißig, kamen dem gern nach. Das Eis war schnell gebrochen. Stücke mit Neue-Deutsche-Welle-Sound, Rockzitate mit Gitarren-Anklängen an die Hippie-Ära oder einfach nur Gute-Laune-Indie-Pop folgten. Einige Titel hatten sozialkritische Resümees wie bei „Google Yourself, andere punkteten mit gespieltem Pathos: „Hip-Hop wird nie sterben.“ Viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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