Die Ausstellung „Roads of Arabia“ im Pergamon-Museum zeigt 400 spektakuläre Objekte

Archäologische Schätze aus Saudi-Arabien in Berlin 

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Vermutlich in der Türkei gefertigt wurde diese Tür für das zentrale Heiligtum des Islam, die Kaaba im Innenhof der Al-Haram-Moschee in Mekka. Die wertvoll beschlagene Tür gehört zu den Prunkstücken der Ausstellung „Roads of Arabia“ im Berliner Pergamon-Museum.

Mit Saudi-Arabien verbinden die meisten Menschen Begriffe wie Wüste, Erdöl und unvorstellbarer Reichtum. Dabei ist der Wüstenstaat von einer kulturhistorischen Bedeutung, die weit über das Entstehen des Islam hinausreicht.

Archäologische Schätze aus Saudi-Arabien findet man in kaum einem Museum, das macht die Ausstellung „Roads of Arabia“ so außergewöhnlich, die nach Paris, Barcelona und St. Petersburg derzeit im Museum für Islamische Kunst im Berliner Pergamon-Museum gezeigt wird.

Aus der Geschichte Mekkas

Erstmals in Deutschland sind spektakuläre Objekte der Kaaba und aus der Geschichte Mekkas zu sehen, dazu gehören auch frühe Reiseberichte von Europäern, die als Pilger verkleidet oder als Sklaven in die heiligen Städte Mekka und Medina vordrangen.

Grabmaske aus purem Gold für ein kleines Mädchen, das vor etwa 2100 Jahren starb.

Auf 13.000 Quadratmetern sind spektakuläre Zeugnisse der Vor- und Frühgeschichte sowie des antiken Saudi-Arabiens aufgebaut: Faustkeile und Steinschaber, kunstvoll geschnitzte Pfeilspitzen, bis zu 6000 Jahre alte ausdrucksvolle Grabstelen, monumentale Kolossstatuen, filigrane Glas- und Metallarbeiten der römischen Antike sowie Objekte der sogenannten Keramikrevolution der islamischen Frühzeit.

Chronologisch und räumlich geordnet, wird ein faszinierendes kulturhistorisches Panorama der arabischen Halbinsel gezeigt. Die über 400 Artefakte machen deutlich, dass das Gebiet zwischen Rotem Meer und Persischem Golf nie totes Land war. Entlang der alten Handelsrouten der Karawanen bestanden reiche Oasen-Städte, und an den Küsten blühte schon früh der Warenaustausch mit Ägypten im Westen, Persien im Osten sowie mit Oman und Jemen im Süden. Begegnungen mit Kulturen weit entfernter Länder schlugen sich in Kunst und Architektur, aber auch in der Mode und Gütern des alltäglichen Gebrauchs nieder.

Weltkulturerbe

Kolossalstatuen erinnern an die ägyptischen Ramses-Figuren, ein über 2000 Jahre alter Bronzekopf zeigt einen Mann mit Locken – ähnlich einer Dauerwelle oder einer Perücke. Die Nabatäer, deren faszinierende Stadt Petra in Jordanien jährlich Zehntausende Touristen anzieht, schufen in Saudi-Arabien ihre zweitwichtigste Ansiedlung: Hegra. Beide Städte gehören heute zum Weltkulturerbe.

Eindrucksvoll hergerichtet wurde der Raum mit Exponaten aus Mekka. Ins Halbdunkel getaucht und perfekt ausgeleuchtet zieht eine Tür der Kaaba, des zentralen Heiligtums des Islam, die Besucher in ihren Bann.

Gestickte Koranverse

Die Seitenwände werden von mehrere Quadratmeter großen Stücken aus dem schwarzen Brokat-Überzug der Kaaba dominiert, auf die mit goldenen und silbernen Fäden Koranverse gestickt sind. Dieser Überzug wird jährlich am Ende des Pilgerfahrtmonats in einer feierlichen Zeremonie erneuert. Dieser Brauch geht auf eine Überlieferung zurück, wonach der Prophet Mohammed einst den heute an einer Ecke des Bauwerks eingelassenen heiligen Schwarzen Stein in sein Gewand gehüllt in die Kaaba trug.

Von Peter Ochs

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