„Kleinkünstler unterschiedlicher Größe“ und Frau Klein traten im Dock 4 auf

Yoga gegen Weihnachtsstress

Rappende Oma: Frau Klein. Foto: Schachtschneider

Kassel. „Es dauert ein bisschen, bis ich da unten bin“, entschuldigt sich die schrullige, alte Dame mit dem frechen Kinderblick, während sie mit Spazierstock und Rollwagen bewaffnet durch das amüsierte Publikum gen Bühne stolpert. Dann aber legt die quietschfidele Bilderbuch-Oma Frau Klein alias Angelika Knauer richtig los. Noch schnell das „Orchester“ in Form eines alten Kassettenrekorders angeworfen, rappt sie in Scarface-Manier zu Hiphop-Beats und Flackerlicht, erzählt in rhythmischen Wortklecksen von den Widrigkeiten des Großstadtlebens.

Sie war zweifelsohne einer der Höhepunkte der „Kleinkünstler unterschiedlicher Größe + Frau Klein“, die am Mittwochabend in ihrer Winterrevue im Dock 4 eine quirlig-mitreißende Mischung aus Comedy, Akrobatik und Tanz präsentierten.

Durch den Abend führte Gerd Mielke mit äußerst charmanten Ausführungen zur Absatz-Krise der Schuhindustrie oder zur Fangquote bei Fischern und Jongleuren. Auch das Publikum war mehrfach gefordert: „Wer kann länger: Ich jonglieren oder Sie applaudieren?“, fragte Olaf Spiers, während er demonstrierte, wie man mit fünf fliegenden Bällen einen Vierzylinder-Viertakt-Motor illustriert.

Als drolliges Pärchen Paul und Anneliese verordneten Susanne Götze und Michel Fickinger Yoga-Übungen gegen den Weihnachtsstress: „Öffnen Sie Ihre Mitte. Strecken Sie die Arme empor, als wollten Sie den Himmel liebkosen.“ Für seine Mühen wurde das Publikum mit gebrannten Mandeln aus der Mikrowelle belohnt.

Wenig später stakste die verträumt-verschrobene Bibliothekarin Dorothee Streuselmann (Astrid Hollmann) in Sekretärinnentracht auf die Bühne und las inbrünstig aus einer schummrigen Liebesgeschichte. Ludger Hollmann und Birgit Kaiser steppten mit wirbelnden Koffern zu A-cappella-Swing. Im rasanten Finale ließen die Jonglier-Virtuosen noch einmal die Keulen schwingen. Alles in allem ein durchaus gelungener Abend mit etlichen Glanzstücken. Das Publikum bedankte sich mit stürmischem Applaus.

Von Carolina Rehrmann

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