Zähnefletschend für die Freiheit: Jack Nicholson wird 75

Als Insasse einer Nervenheilanstalt in „Einer flog über das Kuckucksnest“ (1975).

Natürlich ist Jack Nicholson auch der Kinofiesling vom Dienst. Das allein würde ihn aber nicht zu einem der größten Charakterdarsteller Hollywoods machen. Am Sonntag wird die Leinwandlegende 75.

Das diabolische Zähnefletschen ist zu seinem Markenzeichen geworden. Es steht für einen etwas unberechenbaren Typen: stark, schillernd, stets für seine Unabhängigkeit kämpfend.

Das Grinsen ist aufgeschminkt: Der Joker in „Batman“.

Über 40 Jahre währt seine beeindruckende Karriere, die drei Oscars krönen und die mit einem Paukenschlag begann: Im Film „Easy Rider“ spielte Nicholson an der Seite von Peter Fonda und Dennis Hopper. Drei Desperados auf Motorrädern suchen die Freiheit und landen im Verderben. 1969 ermöglichte dieser Film nicht nur seinen, sondern auch den Durchbruch für die Bewegung New Hollywood, wo junge Regisseure provozierende Stoffe und rebellische Typen ins Kino brachten.

Nicholson legte stark nach: Zu seinen Filmerfolgen gehörte 1975 „Einer flog über das Kuckucksnest“, Milos Formans Klassiker über den Insassen einer Psychiatrie, der sich gegen menschenunwürdige Unterdrückung auflehnt. In Stanley Kubricks „Shining“ spielte er 1980 einen Autor auf dem Weg in den Wahnsinn. „Wenn der Postmann zweimal klingelt“, „Zeit der Zärtlichkeit“, „Batman“ und viele kleinere Filme folgten.

Zwei Markenzeichen auf einem Foto: Sonnenbrille und das berühmte Haifischgrinsen kennzeichnen Jack Nicholson. Fotos: nh

Das Immer-mehr-Wollen, das Unstete seiner Ausstrahlung, das er in manche Filmrolle hineinträgt, könnte auch mit seiner schwierigen Biografie zu tun haben. Ohne Vater aufgewachsen, erfuhr Nicholson erst mit 37, dass die Frau, die er für seine Schwester gehalten hat, eigentlich seine Mutter war. In New York City geboren, nahm er Schauspielunterricht, zog nach Los Angeles und arbeitete zunächst als Bürobote. Er hatte unzählige Affären und fünf Kinder mit vier Frauen.

Nicholson gehört zu den wenigen Schauspielern, die auch im Alter nicht imagemäßig festgelegt sind. Er beeindruckte als Bösewicht in Scorseses „Departed“, ironisierte das Altwerden eines Sexbesessenen in „Was das Herz begehrt“ und berührte als vereinsamter Witwer in „About Schmidt“.

Von Bettina Fraschke

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