Zärtliche Machos: Komödie beschloss Baunataler Herbstpalast

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Wollen in Ruhe ihr Bier trinken: Philipp (Werner Michael Dammann, von links), Harald (Hans-Jürgen Bäumler) und Karl (Mogens von Gadow) gründen eine Männer-WG.

Baunatal. Die Bierflaschen auf dem Tisch, das Skatblatt in der Hand, und Sohn, Vater und Großvater sind geeint im Geist: „Keine Frauen unter diesem Dach“. Die drei haben eine Männer-WG gegründet und die Nase voll vom anderen Geschlecht.

Dass derlei Verweigerungshaltung nicht von langer Dauer sein kann, wenn das Feindbild so attraktiv ist wie die Nachbarin Cecilia, die einen Notfall vorschiebt, um bei dem Trio einzuziehen, konnten sich die Besucher der Komödie „Zärtliche Machos“ (Text und Regie: Rene Heinersdorff) rasch ausrechnen.

Am Sonntag gastierte die Komödie im Bayrischen Hof mit dem Stück vor 280 Besuchern in der Stadthalle Baunatal. Die ersten 20 Minuten waren nicht berauschend. Die Dialoge kamen zu leise rüber, das Spiel wirkte statisch und blass. Dann aber, wenngleich die Handlungsstränge nicht immer nachvollziehbar waren, nahm die Inszenierung Fahrt und Farbe auf. Vater Harald, von Ex-Eiskunstlaufstar Hans-Jürgen Bäumler zunächst etwas hölzern, dann aber ansprechend humorvoll verkörpert, findet Gefallen an Cecilia (Michaela Schaffrath mit Görencharme und Sex-Appeal). Auch Sohn Philipp (Werner Michael Dammann überzeugte als altkluger Jungspund) scheint nicht abgeneigt.

Da auch Opa Karl (Mogens von Gadow) als herrlich trockener Schwerenöter sorgte für die meisten Lacher) schon längst wieder heimlich zarte Bande zum anderen Geschlecht knüpft und im Internet mit dem Foto seines Sohnes aktiv ist, nimmt das Chaos seinen Lauf.

Ausgerechnet Cecilia gehört zu seinen Flirtbekanntschaften. Dass sich letztlich Vater Harald und Cecilia als Paar finden, zeichnete sich frühzeitig ab. Die WG löst sich auf, Cecilia zieht mit Harald zusammen. Doch die beiden anderen fühlen sich alles andere als Verlierer, denn Cecilia wird zum Hausdrachen. Lang anhaltender Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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