Katalin Hercegh und Christian Petersen begeisterten beim Kammerkonzert im Opernfoyer

Mit Zartheit und Feuer

Machten den Kammermusikabend zum Ereignis: Katalin Hercegh (Violine) und Christian Petersen (Klavier). Foto: Malmus

Kassel. Üppiger Beifall beschließt die Kammerkonzerte des Staatstheaters fast immer, doch diesmal herrschte Jubelstimmung im Opernfoyer. Katalin Hercegh (Violine) und Christian Petersen (Klavier) - beide Dozenten der Kasseler Musikakademie, Hercegh zudem Konzertmeisterin des Staatsorchesters - boten den knapp 200 Zuhörern ein herausragendes Ereignis.

Schon oft haben die Rezensenten an Herceghs Violinspiel die feurige Virtuosität und den Mut zum Ruppigen hervorgehoben. Es wäre jedoch stark verkürzend, die Qualitäten dieses Abends nur so zu beschreiben. Denn Hercegh zeigte einen vielleicht noch größeren Mut zu den leisen Tönen. Feingliedrig wurde musiziert, und in dem zärtlichen Umfeld wirkten die aufblitzenden Attacken dann umso heftiger.

Als Anschlags-Künstler mit tiefem Verständnis für die geistig-emotionale Durchdringung der Werke war Christian Petersen ein kongenialer Partner. In Beethovens Sonate c-moll op. 30/2 (für Klavier und Violine, nicht umgekehrt!) fand das Duo eine präzise Balance in einem modernen, transparenten Stil, den man mit der hochgelobten Beethoven-Einspielung von Isabelle Faust und Alexander Melnikov vergleichen kann.

Magische Sogkraft

Eine fast magische Sogkraft entwickelte Herceghs und Petersens Darbietung bei der zweiten Violinsonate von Béla Bartók, einem Meisterwerk der Moderne, hier mit höchster Intensität dargeboten.

Und wie differenziert die Musiker Notentexte durchleuchteten, war auch in Johannes Brahms’ Sonate d-moll op. 108 zu bewundern, wo der langsame Satz mit viel Gefühl, aber ohne schmalzige Sentimentalität daherkam.

Für den Riesenbeifall bedankten sich die beiden mit Bartóks „Rumänischen Volkstänzen“. Da gab es neben Verve wunderbar gläserne Geigentöne.

Von Georg Pepl

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