Martin Mosebach las aus dem Roman „Mogador“

Wie ein Zauber

Martin Mosebach Foto: Wienecke

Schauenburg. Martin Mosebach, dessen Vater aus Kassel stammt, war am Samstagabend wieder einmal in der Schauenburger Märchenwache in Breitenbach zu Gast. Die Lesung, für die es viel Applaus gab, fand in Zusammenarbeit mit der Vhs Region Kassel statt.

Eine Sprache zu finden, mit der Bilder entstehen, sei ihm wichtig, sagte der 65-jährige Frankfurter. Dies gelang ihm sogleich: Er beschrieb die Fahrt durch den hohen Schnee und das Glatteis, das herrschte, als er das letzte Mal in die ebenfalls gut besuchte Märchenwache kam.

Aus seinem Roman „Mogador“ las der Autor von Prosa, Lyrik, Aufsätzen, Hörspielen, Dramen, Libretti und Filmdrehbüchern einige Passagen, die ein Freund ausgewählt hatte. Sie handeln von Wasser und Feuer sowie von Leben und Tod, sparen jedoch die Kriminalhandlung aus.

Der Bankmitarbeiter Patrick Elff lässt sich in eine Unterschlagung hineinziehen, die er nicht angezeigt hat. Zuvor war er bereits an der Geldwäsche eines Großkunden beteiligt. Nun flieht er ins marokkanische Mogador, um den Kunden zu treffen. Er kommt im Haus einer Frau unter, die über geheimnisvolle Kräfte verfügt.

Als ein Werk der Fantasie mit Wurzeln und Würzelchen im realen Boden beschreibt Mosebach sein Buch. „Die stilllebenhaften Beschreibungen sind für manche Leute anstrengend“, räumt er ein.

Die Stadt Essaouira an der marokkanischen Atlantikküste legte den Namen Mogador ab, als sie unabhängig wurde. „Er klingt wie ein Zauberspruch“, sagt der Autor, der 2007 den Georg-Büchner-Preis erhielt.

Am Sonntag reiste Martin Mosebach mit seiner Frau weiter nach Marburg, dort wurde ihm der mit 3000 Euro dotierte Literaturpreis der Neuen Literarischen Gesellschaft (NLG) überreicht, der zum dritten Mal verliehen wurde.

Martin Mosebach, Mogador, Rowohlt, 368 Seiten, 22,95 Euro

Von Bettina Wienecke

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