Shakespeares „Sommernachtstraum“ vor dem Fritzlarer Dom

Ein zauberhaftes Spiel

Eine wunderbar komische Inszenierung: Jidu Pasqualini (Puck) und eine Elfe. Foto:  Zerhau

fritzlar. Was für ein Durcheinander. Der eine liebt die, die ihn nicht will, die andere den, der sie nicht will. Sobald höhere Mächte eingreifen und der Liebe gar per Zauberblume vorschreiben wollen, zu wem sie sich gesellen soll, ist das Chaos vollends perfekt.

1595/96 soll der britische Großmeister der Literatur William Shakespeare die Komödie „Ein Sommernachtstraum“ geschrieben haben. Es ist eines der meist gespielten Stücke und wohl auch wegen seines hohen Spaßfaktors und zauberhaften Bezugs zu Magie und Mythen ein Renner. Am Freitagabend präsentierte die „TheaterKompagnie Stuttgart“ das zauberhafte Verwechslungsspiel zur Abendstunde vor dem romantisch illuminierten Dom in Fritzlar.

Die Befürchtungen, Petrus könne an der Komödie keine Freude haben, lösten sich nicht ein. Am Eingang wurden zur Sicherheit kleine Päckchen mit Regencapes verteilt, doch die wurden nicht benötigt.

Die Handlung nur kurz skizziert: Griechenland vor langer Zeit. Theseus, Herzog von Athen, und Hippolita, Königin des Feenreiches, wollen heiraten. Auch das junge Paar Hermia und Lysander träumt davon. Wäre da nicht Demetrius. Er begehrt Hermia. Im Spiegelbild die andere Konstellation. Die schöne Helena liebt Demetrius, doch der will sie nicht. Hermia und Lysander flüchten in einen Wald, Demetrius und Helena folgen. Das Liebeschaos nimmt seinen Lauf, nachdem Oberon, König der Elfen, seinen Diener Puck beauftragt, eine Blume zu holen, deren Nektar jeden dazu bringt, den zu lieben, den er als ersten erblickt.

Eine gelinde gesagt durchgeknallte Handwerkergruppe, die zur Hochzeit von Theseus und Hippolita ein kleines Stück aufführen möchte, sorgt neben dem Liebes- für das allerwitzigste Theaterchaos.

Die Inszenierung von Cornelia und Christian Schlösser vor dem Dom, der 450 Besucher folgten, war ein Riesenerfolg. Ein Sommernachtstraum, wie man ihn sich wünscht. Jeder Darsteller ein humoristischer Volltreffer, das Bühnenbild ein wunderbar ausgeleuchtetes Fantasieprodukt, das aus kaum mehr als Licht und fünf meterlangen, weißen Riesenschals bestand, die Dekoration, Raumteiler, Schlafgemach oder zum Umhang wurden. Immer wieder Szenenapplaus. Als zum Finale die vertrottelte Handwerkergruppe mit dem Weber Zettel im Mittelpunkt von einer Tollpatscherie in die nächste purzelte, vernahm man wahre Lachkrämpfe. Tosender Applaus.

Heute bei „Vor dem Dom“ in Fritzlar: „Voice Male at the Movies“. Das sechsköpfige A-cappela-Ensemble Voice Male aus Antwerpen singt und summt sich durch die Filmgeschichte. Beginn 21 Uhr, Bewirtung ab 19.30 Uhr. HNA-Kartenservice: Tel. 0561-203204.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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