Ausstellung "Straßengalerie verwandelt" zeigt Kunst in Kasseler Waschsalon

Waschsalon als Mittelpunkt von „Straßengalerie verwandelt“: Initiator Eckhard Geitz (linkes Bild) vor dem „Waschtreff“ in der Friedrich-Ebert-Straße. Lara Grebe (rechtes Bild) von „Jenny B“ hat für die Ausstellung selbst vor der Kamera gestanden – in Polizeiuniform, passend zur Kasseler Tattoo-Convention „Jailhouse Ink“. Fotos: Hempel

Kassel. Der Albtraum eines Künstlers: Seine Werke werden übersehen. Das kann passieren, wenn er sie da hinhängt, wo keiner damit rechnet. Zum Beispiel in einen Waschsalon. Für den einen ist das ein Ort für paarungsfreudige Singles ohne eigene Waschmaschine. Für Eckhard Geitz, Matthias Möller und Michael Feliszek ist der „Waschtreff“ in der Friedrich-Ebert-Straße der Mittelpunkt ihrer Ausstellung „Straßengalerie verwandelt“.

Es ist das zweite gemeinsame Projekt von Geitz und Möller, den beiden Krankenpflegern mit künstlerischen Ambitionen, und des Kasseler Grafikers Feliszek.

Bei „USA im Schleudergang“ zeigten sie im September 2010 Bilder von Geitz’ Amerikareise. Diesmal haben die drei zehn kleine Läden in zehn kleine Galerien verwandelt. Bis zum 3. September sind in Geschäften im Vorderen Westen Fotos zu sehen, die Geitz, Möller und Feliszek in den vergangenen sieben Monaten zu einer Ausstellung verarbeitet haben.

Die Bilder zeigen die Läden und das, was sich darin abspielt: die Macher hinter der Ladentheke. „Wir sind in die Läden rein und haben Momentaufnahmen gemacht“, sagte Geitz. Oder Shootings arrangiert. „Was die machen, ist Kunst, und wir machen hier ja auch Kunst, daher passt das ganz gut“, sagte Lara Grebe von „Jenny B’s Tattoo- und Piercingstudio“ – einem der Läden, die mitmachen.

Im Plattenladen von Friedrich Klemm hängt zwischen Postern eine Aufnahme seiner Leiter als Siebdruck. Leicht zu übersehen. Im Kleiderladen „hab-selig“ stehen kleinformatige Fotos auf einem Regal hinter der Kasse. Auffällig unauffällig. Gewollt ist das nicht. Durch Tontrennung der fotografischen Vorlagen sollen die Bilder plakativer wirken und sich so die Aufmerksamkeit verschaffen, die sie verdienen.

Jede Menge Aufmerksamkeit gab es bei der Ausstellungseröffnung im „Waschtreff“. Mehr als 200 Leute waren zur Vernissage gekommen, bei der DJ Mr. Phonky Vogelfutter auflegte. „Von allen Seiten kamen positive Rückmeldungen“, sagte Geitz. „Sehr schön ist, dass es seitens des Stadtteilmanagements Wesertor Interesse an unserem Projekt gibt.“ Das nächste sei schon geplant. Wie genau das aussehen soll, da überlegt der 30-Jährige noch.

Von Claudia Hempel

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