Die US-Band The Hooters wirkte sehr vital bei ihrem Konzert im Kasseler Kulturzelt

Ode an die Zeitlosigkeit

Sind noch alle da? Klar! Hooters-Sänger Eric Bazilian schaut im Kulturzelt nach dem Rechten. Foto: Socher

Kassel. Manchmal ist es mit Musik wie mit einem alten Wein. Qualität und Würze reifen im Lauf der Jahre und bescheren dann dem Genießer einen unvergesslichen Abend. 30 Jahre sind The Hooters nun schon unterwegs, und ihre gerockte Endlosschleife über die Highways dieser Welt führte sie am Donnerstag in das Kulturzelt Kassel.

Vielleicht kann man mit Spaß und Begeisterung ein wenig die Zeit ausbremsen. Denn trotz gesetzten Alters wirkten Eric Bazilian, Rob Hyman & Co wie aus den 80er-Jahren schnell mal herüber gebeamt. Die Band aus Philadelphia bewies, dass ihre Songs nichts an Aktualität eingebüßt haben.

Dabei konnte man sich auf die exzellente Soundtechnik im ausverkauften Hymnentempel an der Fulda verlassen. Beim digital getunten Mischpultdurchlauf ihrer Hits wie „Johnny B.“, „Satellite“ und „All you Zombies“ wurden die anspruchsvollen Frequenzbedürfnisse des Publikums perfekt bedient. Klang statt Krach ist die halbe Miete.

Mindestens 15 verschiedene Mandolinen, Bässe und Gitarren wurden permanent gestimmt und gewechselt - mit dem Effekt, dass der mehrstimmige Gesang sich in seiner kraftvollen Transparenz ohne jegliche Dissonanzen entfalten konnte. Ganz wichtig für eine Band wie The Hooters, die so manchen Refrain für die Ewigkeit komponiert haben.

Ihr intelligenter Poprock lässt auch Frauenherzen höher schlagen. Filigrane Arrangements, harmonische Eleganz und Pianoromantik pumpen Sauerstoff zwischen die Gitarrenriffs, fordern eher den neckischen Hüftschwung als das tumbe Headbanging. Zwei Titel kamen auf deutsch, und schon blitzten die Höhner und Pur durch die Akkorde. Ein Indiz, wie groß der Einfluss von The Hooters auf die Musikwelt ist.

Und so wurde das Konzert zu dem, was sich alle erhofft hatten: eine schwungvolle Ode an die Zeitlosigkeit. Bei kurzweiliger Songchoreografie, lockerer Ami-Coolness und perfektem Bandspiel wurde aus dem Kritiker ein Fan, und das begeisterte Publikum war erst nach „Time after Time“ als zweiter Zugabe endlich bereit, das Zelt zu verlassen.

Von Andreas Köthe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.