Zeitlupen-Musik zum Totentanz: Duo Set Aglow im Sepulkralmuseum

Akustisches und Elektronisches: Gitarrist Martyn Heyne.

Kassel. Das Duo Set Aglow eröffnete am Freitagabend eine neue Ausstellung über Totentanz-Darstellungen im Museum für Sepulkralkultur.  

Ein tiefes Brummen und Rauschen schwebt durch den Raum. Was der Schweizer Klarinettist Claudio Puntin auf seiner Bassklarinette erzeugt, erinnert an eine beschwörend-entspannte Mischung aus Wellenrauschen und Didgeridoo.

Das Instrument ist mit einem Synthesizer verbunden. Um Puntin und seinen Duopartner Martyn Heyne (Gitarre) blinken unzählige LEDs. Beide Musiker bedienen Knöpfe, Regler und Fußpedale und verändern so kontinuierlich die Gestalt des umgebenden Sounds.

Mit dem Duoprojekt „Set Aglow“ gestalteten Puntin und Heyne am Freitagabend den Rahmen einer Ausstellungseröffnung im Museum für Sepulkralkultur. Den Anlass bildete eine hochrangige Sammlung von Totentanz-Darstellungen, die der Kölner Kunstsammler Hartmut Kraft dem Museum übergeben hatte.

Spielte auch Flöten aus Bolivien: Claudio Puntin. Fotos: Fischer

Zu diesen Kunstwerken passte die zwischen akustischen und digitalen Klängen angesiedelte Musik des Duos wie ein zeitlupenhafter Soundtrack. Während Heyne lyrisch-nihilistische Melodieakzente und Begleitmuster auf der E-Gitarre übernahm, gestaltete Puntin mal melancholisch-klare, mal wild-expressive Soli. Daneben wob er Glockenspiel, Spielzeug-Megafon und archaische Gesänge in den fließendenKlangteppich ein.

Doch auch die mehr zurückgenommenen Stücke überzeugten, etwa wenn Puntin seiner Klarinette nur wenig Hall hinzufügte und Heyne auf der akustischen Parlor-Gitarre fast klassisch begleitete. Inspirierend auch der folkloristische Klang der kantigen, aus Bolivien stammenden Blockflöten oder der mitziehend groovende Rhythmus der Bassklarinette. Von den 50 begeisterten Zuhörern im Museum verabschiedete sich das Duo mit einer spontan improvisierten Zugabe auf E-Gitarre und Daume.

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