KulturBahnhof: Künstler wollen Südflügel-Saal nach der documenta 

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Ein Raum, der Tücken hat: Blick ins Obergeschoss im Südflügel, das ab 2013 regionale Künstler bespielen wollen.

Kassel. Mehrere Künstlergruppen haben sich in einer Initiative für einen Ausstellungsraum zusammengetan. Ihr Ziel: Der Saal im Südflügel des Kulturbahnhofs soll nach der Nutzung durch die documenta regionalen Künstlern zur Verfügung stehen.

Die Ausstellung „Hier und jetzt“, die heute Abend eröffnet wird, gilt als erster Schritt auf dem Weg zum Ausstellungsprojekt „387 Quadratmeter“ - benannt nach der Grundfläche des Raumes, der gegenüber dem Spohr-Museum liegt.

Bei der Stadt Kassel finden die Vertreter vom Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) Kassel, von Kunstbalkon und Atelierrundgang Unterstützung. „Künstler aus der Region haben zu wenige Möglichkeiten, ihre Arbeiten zu zeigen“, sagt Dorothée Rhiemeier, Leiterin des Kulturamts: „Der Bedarf ist groß.“

Die Stadt stellt deshalb die Fläche zur Verfügung, die zunächst bis Juni 2013 als Ausweichstandort für das wegen Sanierung geschlossene Stadtmuseum sowie das Grimm-Museum angemietet wurde. Ob es eine feste finanzielle Förderung geben wird, bleibt den Haushaltsberatungen vorbehalten. Der Stadt liege daran, den Südflügel als „kulturellen Mittelpunkt“ zu stärken, so Rhiemeier: „Ich bin optimistisch.“

Auf alle Fälle wird Harald Kimpel vom Kulturamt die Auswahl der geplanten sechs Ausstellungen im Jahr kuratorisch begleiten. Dass der Raum nicht leicht zu bespielen ist, weiß Kimpel: „Er hat seine Tücken.“ Eine Lösung sollen flexible und funktionale Einbauten sein.

Langfristiges Profil

Die beteiligten Gruppen werden Vertreter benennen, die das Programm gemeinsam jeweils für ein Jahr beschließen wollen. So soll sich ein anspruchsvolles, langfristiges Profil statt eines beliebigen Potpourris ausbilden. „Das ist kein autoritäres Modell zur Selbstverwirklichung eines Kurators“, sagt Kimpel. Solidarisch und fair soll es zugehen. Die Künstler versprechen „jede Menge Eigenleistung“, so Wladimir Olenburg (BBK).

„Zum ersten Mal hat sich ein funktionierendes Netzwerk aus unterschiedlichen Temperamenten und Vorhaben gebildet“, beobachtet Ruth Wagner (Kulturamt). Ein Partner neben anderen mit gelegentlichen Präsentationen könne die Kunsthochschule sein, deren Rektor Christian Philipp Müller ebenfalls an Ausstellungsräumen in der Stadt gelegen ist.

Regionale Kunst

Der regionale Charakter hat auch die Kasseler Sparkasse überzeugt, die den „Probelauf“ der aktuellen Ausstellung fördert. „Wir haben da nicht gezögert“, sagt Wolfram Ebert, Mitglied des Vorstands.

Dass der Begriff „regionale Kunst“ einen negativen Beigeschmack hat, befürchtet Sabine Stange (Kunstbalkon). Es gehe jedoch um Künstler, die zwar ihren Lebensmittelpunkt in Kassel hätten, die aber „national und international präsent sind“.

Eröffnung heute, 19 Uhr. Bis 11.4., Di.-So. 14-18 Uhr, erster Rundgang mit den Künstlern am 25.3., 11 Uhr. Künstlerfest am 31.3. ab 18 Uhr.

Von Mark-Christian von Busse

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