Thornton-Wilder-Stück in der Jean-Paul-Schule

Im Zirkus des Lebens

Kassel. Der Vorhang in der Jean-Paul-Schule öffnet sich, gespielt wird Thornton Wilders „Wir sind noch einmal davongekommen“. Zirkuskünstler zeigen, was sie können. Der Direktor (Yves Hoepfner) lädt zum Zirkus des Lebens, aber bald ruft der resolute Regisseur Steven Hitchberg (Yasin Kurt) seine Truppe zusammen, man will schließlich Welttheater proben. Es ist Eiszeit, alle frieren, Hausmädchen Sabina (Daniela Thielmann) streitet nach kurzer Zeit über ihren Text, bis nach und nach die Familie Antrobus die Szenerie betritt.

Alle durchleben in einer surrealen Vermischung von Raum und Zeit die verschiedenen Untergänge und Neuanfänge der Menschheitsgeschichte. Die großen Fragen des Lebens ziehen sich durch jede Epoche, genauso wie die alten Konflikte zwischen Vater und Sohn, der Sündenfall. Wie soll man leben?

Die Spielfreude im Theaterprojekt der W3 lässt die Zuschauer das turbulente Treiben vor sehr liebevoll gestalteten Bühnenbildern und mit tollen Kostümen begeistert verfolgen. Der Flirt des Regisseurs mit der (realen) Klaviervirtuosin (Faina Ostromuhov) ist nur ein Höhepunkt einer tollen Ensembleleistung der erst 16- bis 17-jährigen Spieler, die dieses vieldimensionale, anspruchsvolle und monumentale Stück unterhaltsam, aber eindringlich darboten. Es bekam verdient tosenden Applaus.

Weitere Aufführung heute, 20 Uhr.

Von Alexander Pluquett

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