Komiker Dieter Hallervorden wird morgen 75

Mit der Zote kam auch die Quote

Schauspieler und Theaterleiter: Dieter Hallervorden. Foto: dpa

In seinem französischen Schloss hat Dieter Hallervorden wahrscheinlich alles, was man sich wünscht, aber auf eine Türklingel hätte der Hausherr verzichten können. Gäste, die den Schauspieler in seinem mondänen Anwesen in der Bretagne besuchen wollen, müssen nur an die Tür klopfen und „Palim, Palim“ rufen - dann wüsste Hallervorden, dass einer seiner Fans vor der Tür steht.

Mit dem Slogan aus seinem legendären Sketch, in der er eine Flasche Pommes bestellt und „Palim, Palim“ ruft, hat Hallervorden einen Klassiker geschaffen, der als Gag sogar Eingang in die Alltagssprache gefunden hat. Der Spruch verfolgt den Komiker, der morgen seinen 75. Geburtstag feiert und gern als „Dinosaurier des Spaßfernsehens“ bezeichnet wird, aber auch wie ein Fluch.

Hallervorden war immer mehr als ein Unterhalter, der sinnfreie Witze erzählt. Er ist eine Mischung aus dem Zotenreißer Karl Dall und dem Kabarettisten Dieter Hildebrandt. Nur nahmen die Leute ihn meist als Karl Dall wahr.

Dieses Gefühl des Missverstandenseins erlebte Hallervorden bereits früh. An der Max-Reinhard-Schule wurde seine Bewerbung als Schauspielschüler abgelehnt. Der studierte Romanist arbeitete als Synchronsprecher. 1960 gründete er in Berlin das satirische Kabarett „Die Wühlmäuse“, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert.

Der Durchbruch auf der Mattscheibe gelang ihm mit Slapstick. „Nonstop Nonsens“ erreichte Anfang der 80er Einschaltquoten von über 50 Prozent. Mit Filmen wie „Der Doppelgänger“ lockte Hallervorden seine Fans auch massenweise in die Kinos. In den 90ern versuchte er zunächst vergeblich, sein Blödel-Image abzulegen. Erst die Sendung „Hallervordens Spott-Light“ war bei Zuschauern und Kritikern erfolgreich.

Auch das Berliner Schlossparktheater, das der dreifache Familienvater Hallervorden vor einem Jahr wiedereröffnet hat, bekommt viel Lob für seine Produktionen mit Stars wie Hannelore Hoger. Klingeln tut es allerdings nicht in der Kasse. Das Vorstadttheater wird auf Jahre ein Zuschussgeschäft bleiben, wie Hallervorden ahnt. Aus seinem Privatvermögen hat er bereits über eine Million Euro in das Haus gesteckt.

Das ZDF zeigt morgen, 14.05 Uhr, die Komödie „Didi auf vollen Touren“ (1986).

Von Matthias Lohr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.