Hat die Schlagersängerin bei Vanessa Mai geklaut?

So startet Anna-Maria Zimmermann nach der Trennung von Dieter Bohlen durch

Kassel/ dez/ Einkaufszentrum/ Schlager/ Sängerin/ Maria Zimmermann/ Auftritt/ Foto: Johanna Ewald/ freie Mitarbeiterin
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Auftritt in Kassel: Anna-Maria Zimmermann trat mit ihrem neuen Album "Sorgenfrei" auf.

Kassel. Erst die Trennung von ihrem Produzenten Dieter Bohlen, dann spielen manche Sender ihren Song nicht, weil er obszön sei. So geht Schlagersängerin Anna-Maria Zimmermann damit um.

Von wegen heile Schlagerwelt: Sängerin Anna-Maria Zimmermann hat sich nicht nur im Streit von ihrem Produzenten Dieter Bohlen getrennt, ihre neue Single „Scheiß egal“ wird von einigen Radiosendern nicht gespielt, weil sie den Hörern zu obszön sei. Wir trafen die 29-Jährige am Dienstag am Rande ihres Auftritts in der Kasseler Königs-Galerie und sprachen mit ihr auch über Bohlen – obwohl sie eigentlich nichts mehr zu dem Streit sagen wollte.

Frau Zimmermann, wie scheißegal ist es Ihnen, dass einige Radiosender Ihren Song „Scheiß egal“ nicht spielen, weil sich Hörer beschwerten?

Anna-Maria Zimmermann: Wir waren uns bewusst, dass so etwas passieren kann. Aber eigentlich ist das scheißegal gar nicht negativ gemeint. Ich sage es immer dann, wenn etwas nicht so klappt, wie ich es mir vorstelle. Für mich ist das kein Schimpfwort. Dass es jetzt einige Schlagersender gibt, die sagen, ihre Hörer können nicht damit umgehen, weil es ein negatives Wort ist, das ist schade – und: Tja, das ist mir eigentlich auch scheißegal! Wir leben im 21. Jahrhundert, da sagt man das als Frau auch mal.

Wie wichtig sind für Sie als Schlagersängerin Radiosender?

Zimmermann: Natürlich sind Radiosender wichtig, wie alles was für Promo-Zwecke nützlich ist. Leider gibt es nur noch eine Handvoll Schlagerradios, was ich nicht verstehen kann. Schlager ist gerade so jung und modern, wie er noch nie war.

Sie tragen ein Glitzer-Shirt mit Deutschland-Flagge. Gibt es von Ihnen auch einen WM-Song?

Zimmermann: Ich liebe WM-Songs und singe sie auch alle gerne mit. Aber ich sage auch ganz ehrlich, beim Thema Fußball müssen wir Frauen uns zurücklegen, die Klappe halten, genießen, zugucken, einen schönen Grillabend mit den Männern haben, ein Gläschen Wein oder Bier dazu – ich halte mich aus dem Thema Fußball total raus. Ich bin natürlich für Deutschland, aber ich würde niemals einen WM-Song rausbringen. Nein, das ist Männersache. Ganz klar!

Der Inhalt dieses Videos stammt nicht von hna.de, sondern von der Video-Plattform Glomex.

Gerade sagten Sie noch, dass wir im 21. Jahrhundert leben. Aber beim Fußball sollen die Frauen die Klappe halten?

Zimmermann: Es ist ein Erfahrungswert. Natürlich gibt es auch Frauenfußball, aber trotzdem ist es doch so: Beim Fußball dürfen jetzt auch mal die Männer das Sagen haben und ihre Klappe aufmachen. Trotzdem holen wir Frauen dann bei den Fußballwetten den Pott.

Sie sind seit einem halben Jahr Mutter. Reist Ihr Sohn mit?

Zimmermann: Was hätte mein kleiner Matti davon? Er würde stundenlang im Auto sitzen. Heute hatte ich den Vormittag Zeit, wir haben auch zusammen Mittagsschlaf gemacht. Ich glaube, dass mein Mamaherz mehr schreit als das kleine Matti-Herz, weil er Papa, Oma und alle um sich hat. Da muss ich jetzt durch.

Sie werden bald 30 Jahre. Ist das für Sie mehr als eine Zahl?

Zimmermann: Ich war doch gerade erst 22 und jetzt werde ich 30. Ich freue mich auf eine Party im Dezember. Erschreckend ist, dass unsere Eltern älter werden – das macht mir mehr Angst.

Wie viel Einfluss nehmen Sie auf die Texte Ihrer Songs?

Zimmermann: Ich bin jemand, der sehr auf Text achtet, aber zum Schreiben fehlen mir Zeit und Ruhe. Ich habe mir aber vorgenommen, mal einen eigenen Titel auf einem Album zu haben. Mit 30 bekomme ich das vielleicht hin.

„Schluss. Ende. Aus“ ist ein Trennungssong. Was hilft Ihnen bei Liebeskummer?

Zimmermann: Man muss akzeptieren, wenn etwas vorbei ist. Das Leben geht weiter, das habe ich schon oft zu meinen Freundinnen gesagt.

Nach Ihrem langjährigen Produzenten Dieter Bohlen, mit dem Sie jetzt im Streit auseinadergegangen sind, darf in diesem Gespräch nicht gefragt werden. Dennoch die Frage: Ihr neues Album heißt „Sorgenfrei“, wie sorgenfrei ist Ihr Leben derzeit?

Zimmermann: (lacht) Es gibt gute und schlechte Momente und auch immer wieder Menschen, die einem Steine in den Weg legen, aber das ist total egal. Mittlerweile kann ich auch nach einem Tag wie heute, der aufwühlend und bewegend war – mir geht der Streit nicht am Arsch vorbei – sagen: Ich habe ein megageiles Album am Start und promote es genauso wie ich es vorher gemacht habe, weil sich die Leute darauf freuen. Es gibt eben Geschäftsbeziehungen, die nicht funktionieren, und da sollte man auch Schluss, Ende, Aus, sagen. Das habe ich jetzt getan.

Die Fans warfen Ihnen vor, den Song „Mit dem Herz durch die Wand“ von Vanessa Mai, der ebenfalls von Bohlen produziert wurde, geklaut zu haben. Sie hingegen sagen, er habe Ihnen den Song untergejubelt.

Zimmermann: Mir war es wichtig, dass ich den Fans mitteile, dass es nicht meine Schuld war und ich mehr oder weniger verarscht worden bin. Damit geht es mir besser.

Wird man den Song nicht mehr in Ihrer Version hören?

Zimmermann: Es wird bestimmt nicht meine neue Single werden, weil ich das kollegial nicht so toll fände, aber es ist eine tolle Nummer.

Anna-Maria Zimmermann: Sorgenfrei (Electrola)

Zur Person

Anna-Maria Zimmermann (29) wurde in Gütersloh geboren und heißt eigentlich Anna-Maria Tegeler. Sie ist eine deutsche Schlagersängerin. Sie wurde Ende 2005 als Kandidatin in der dritten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) bekannt, wo sie Anfang 2006 den sechsten Platz erreichte. Im Jahr darauf startete sie eine Solokarriere. Nach einem Helikopterabsturz 2010 blieb ihr linker Arm gelähmt. 2017 erlebte sie mit dem „Himmelblau“ ihr Comeback. Ihr neues Album heißt „Sorgenfrei“. Sie ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt in Österreich.

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