Triosence feat. Sängerin Sara Gazarek spielten ein klasse Konzert im Theaterstübchen

Zuckersüßes, fern von jedem Kitsch

Ausdrucksstark: Sara Gazarek. Foto: Koch

Kassel. Viele Menschen assoziieren mit der Musikrichtung Jazz komplizierte und anstrengende Vorgänge. Wildes Durcheinander, intellektuelles Getöse, provozierende Klänge ... So etwas schenkt man seiner Freundin, wenn man sie loswerden will. Den Gegenentwurf dazu liefern Künstler wie Melody Gardot, Norah Jones und Vienna Teng. Oder Bands wie Triosence.

Diese Formation um den in Kassel geborenen Pianisten und Komponisten Bernhard Schüler präsentierte am Mittwochabend im ausverkauften Theaterstübchen ihre neue CD „Where time stands still“. Für diese Produktion hat sie sich mit der Amerikanerin Sara Gazarek eine Sängerin in das Trioboot geangelt, die zwischen Farm-Romantik und Lower-East-Side-Coolness ihr Timbre ausdrucksstark zu justieren weiß.

Mit wachen Augen, roten Bäckchen und sicherer Intonation schlängelte sie sich elegant durch die zuckersüßen Arrangements. Doch was sich oberflächlich nach Yuppiefutter aus dem Candyshop anhörte, verwöhnte bei näherer Betrachtung mit der fein akzentuierten Sehnsucht nach Harmonie und Wohlbefinden.

Wenn man den Aspekt der kommerziellen Anbiederung einfach mal ausblendet, bekam man ein wundervoll anmutiges Klangerlebnis geboten, das die hervorragenden Instrumentalisten jenseits von „P.S. Ich liebe dich“, Fahrstuhljazz und Blümchensex zu platzieren wussten. Schlagzeuger Stephan Emig glänzte trotz Leistenbruch, Gastgitarrist Vitaliy Zolotov spielte das stärkste Solo des Abends bei dem „Be hardi-hood Blues“, und Bassist Ingo Senst agierte unauffällig, aber effektiv.

Schüler selbst ließ seine Songs für sich sprechen. Er bediente einen ausgewogenen Bandsound und integrierte sein Spiel zugunsten einer fantastischen Mannschaftsleistung. Das Publikum war begeistert und ließ bei den Zwischenrufen keinen Zweifel an der Freude, die ihnen dieses Konzert bereitete.

Triosence spielen erneut am 11. Januar im Theaterstübchen.

Von Andreas Köthe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.