Die 17 Hippies animierten das Kulturzelt-Publikum zum Saisonabschluss zum Tanzen und Mitklatschen

Zuhören allein wäre zu wenig: 17 Hippies bringen Kulturzelt-Publikum zum Tanzen

Begeisterten die Fans mit überschäumenden Rhythmen: Die 17 Hippies im Kulturzelt. Foto: Schachtschneider

Kassel. Nein, einfach nur zuhören ging nicht. Die 17 Hippies forderten von ihrem Publikum im ausverkauften Kulturzelt mehr, und sie bekamen es auch. Es gab wohl kaum jemanden, der sich den mitreißenden Rhythmen der Berliner Band entziehen konnte. Auch wenn es der eigenen Mentalität widersprach, in einer Masse Gleichgesinnter zu klatschen und mit den Füßen den Takt zu stampfen.

Und so mag Hippies-Mitglied Christopher Blenkinsop mit seiner Mutmaßung nicht falsch gelegen haben, als er sagte: „Vielleicht sind Sie heute Morgen aufgestanden und haben beschlossen: keine Manipulation heute Abend.“

Schon nach dem zweiten Stück klatschten, stampften und tänzelten fast alle. Die zwölf Musiker begeisterten die Fans im Zelt mit überschäumenden Rhythmen und ihrem unverkennbaren musikalischen Stil-Mix. Der ließe sich irgendwo zwischen Balkan-Brass und Klezmer-Musik, zwischen Zigeuner-Jazz, Country-Folk und Chanson ansiedeln, wenn man darauf aus wäre. Notwendig ist das nicht.

Denn die Faszination geht von den ewig vorwärts treibenden Rhythmen der schnellen Stücke aus, vor allem aber von der scheinbar unerschöpflichen Spielfreude der 12 Musiker. Ihr Zusammenspiel funktioniert reibungslos. Und in fast jedem Stück gibt es für jeden von ihnen die Möglichkeit, mit solistischen Fähigkeiten zu brillieren.

Die wenigen leisen, balladenhaften Stücke - immer begleitet vom Rauschen der Klimaanlage - taten der Begeisterung des Publikums keinen Abbruch. Diese trugKiki Sauer vor. Mit sparsamer Gestik präsentierte die blonde Sängerin wunderbar klischeehafte Texte über die Liebe, Hoffnung und Melancholie, teils in französischer Sprache - „weil das die Mystik steigert“. Schon beinahe Kult sind die Einlagen in südhessischem Dialekt, mitreißend präsentiert von Muttersprachler Dirk Trageser.

Nach mehr als zwei Stunden Spielzeit, vier Zugaben und dem Versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen, gingen die Musiker einzeln von der Bühne.

Und nachdem das letzte Instrument an diesem Abend verklungen war, verließen die Zuhörer das Kulturzelt mit diesem gewissen Lächeln im Gesicht. Manipuliert, ganz bestimmt.

Von Ilona Polk

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