„Zusammen werden wir alt“: 17 Hippies im Kulturzelt

Leistungsschau der Folkmusik: Frontfrau Kiki Sauer (Mitte mit Akkordeon) mit einigen ihrer Hippies-Kollegen im Kulturzelt. Foto: Malmus

Einer muss ja das Licht ausmachen: Im Kasseler Kulturzelt machen das die 17 Hippies. Die Berliner Weltmusik-Band spielte zum Finale des Festivals. Und enttäuschte auch diesmal nicht.

Kassel. 30 Jahre Kulturzelt, 20 Jahre 17 Hippies, von denen keiner weiß, warum sie so heißen, sind es doch nur 13 Leute. Aber es gab auch mal Zeiten, als sie mit 28 Musikern unterwegs waren. Egal. Seit Jahren schon beschließen sie die Kulturzelt-Saison. Auf die 17 Hippies ist Verlass, da weiß man, was man hat.

Ihren Erfolg schreibt Frontfrau Kiki Sauer - sie singt, schreibt die Texte und spielt Akkordeon - auch den Kasselern zu: „Wir waren über zwölfmal hier - zusammen werden wir alt!“ So ist es: Das Durchschnittsalter ist geschätzte 50 plus. Bestuhlt ist nicht, man muss ein wenig rüstig sein.

Die 17 Hippies strömen auf die Bühne des proppenvollen Kulturzelts und schon mit den ersten schmissigen Balkan-Takten heißt es auf Teufel komm raus, die Band macht’s vor: mitklatschen, mitwippen, mitschunkeln. Gute, nein, beste Laune ist Pflicht bei den 17 Hippies. Dabei unterhalten sie ihre Fans nicht nur mit Musik, sondern auch mit Anekdötchen: Wie wir mal mit dem untermotorisierten Band-Bus unterwegs waren und uns die Kasseler Berge hinaufquälten.

Oder: Als unser Ford Capri am Lutterberg einen Kolbenfresser hatte und wir die dicke Oma kaum vom Rücksitz retten konnten. Damals, als wir in einem Hotel in Louisiana/USA von Kakerlaken gequält wurden. Die gute alte Zeit halt! Irgendwie augenzwinkernd schlimm, aber doch so viel besser als heute.

Ein Konzert der 17 Hippies ist ein wenig Leistungsschau der Folkmusik: Balkan-Pop, Country & Western, Musette, Klezmer und dies und das. Unter anderem auch Schlager. Ja, Schlager mit banalen Texten, wenn auch aufwendiger begleitet. Etliche Instrumente kommen zum Einsatz, Akkordeon, Posaune, Trompete, Saxofon, Klarinetten, Flöten, Banjo, Gitarren, Geigen, Bouzouki, Bass, Schlagzeug, Waschbrett - was vergessen? Ach, stimmt, die singende Säge! All das suggeriert permanente Abwechslung. Aber manchmal wäre weniger sehr viel mehr.

Das Publikum ist hingerissen. Nach drei Zugaben werden die 17 Hippies immer noch nicht von der Bühne gelassen. Und siehe: Die Fans bekommen noch einen Nachschlag. 2017 sieht man sich wieder, das ist mal sicher.

Von Andreas Gebhardt

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