Ausstellung im Opernhaus: Studentinnen der Kunsthochschule haben sich mit der Oper Faust beschäftigt

Was der Zuschauer nicht sieht

Bücher, Skulpturen, Installationen: Jede der Studentinnen fand ihren eigenen Zugang zur Oper. Unterstützt wurden sie von Künstlerin Mia Hochrein, Theatergrafikerin Isabell Winter sowie Susanne Mihm-Lutz und Harald Knöfel von der Studienwerkstatt „Buch und Papier“. Foto: De Filippo

Kassel. Auf der Bühne funktioniert meist alles perfekt. Doch wie viel Arbeit hinter einer Opernproduktion steckt und wie viele Menschen hinter den Kulissen am Erfolg arbeiten, bleibt im Verborgenen. Genau diesen Aspekt greift die Ausstellung „Unsichtbare Bühnenwelten“ auf, die zurzeit im Opernfoyer des Kasseler Staatstheaters zu sehen ist.

Ein halbes Jahr lang haben sich Studentinnen der Kasseler Kunsthochschule intensiv mit Charles Gounods Oper Faust - insbesondere mit der Inszenierung am Staatstheater - beschäftigt. Sie besuchten Bühnen- und Kostümbildner, beobachteten die Darsteller bei den Proben. Am Ende fand jede Künstlerin einen Aspekt, der sie besonders beeindruckte.

Bei Carina Jotzeit waren es die Kostüme jener Zeit, in der die Oper uraufgeführt wurde. Schwere Gestelle, sogenannte Krinolinen, hielten damals die Röcke der Damen in der richtigen Position. Jotzeit hat die typische Spiralform dieser Krinolinen auf Papier übertragen und präsentiert ihre Arbeit nun als abstrakte Rauminstallation. Aber auch den eigentlichen Zweck als Kleidungsstück hat sie aufgegriffen: Fotos zeigen die Papier-Krinoline als Rollkragen, Kapuze, Hose.

Die Hauptfiguren der Oper stehen im Mittelpunkt des Werkes von Nuran Yilmaz-Knöfel. Zwei Büsten aus Papier stellen Faust und Mephisto dar. Sie blicken in verschiedene Richtungen, scheinen aber doch untrennbar miteinander verbunden zu sein.

Mit einem ungewöhnlichen Aspekt des Theaters hat sich Lena Lang auseinandergesetzt: mit dem Brandschutz im Gebäude. Auf einem langen Leporello sind abstrahierte Symbole für Heizlüfter, Ventilator und Rauchmelder zu sehen.

Ebenso originell sind die Arbeiten von Meike Brinkmann. Sie beobachtete die Chorsänger bei den Proben und hielt ihre exakten Positionen sowie spezielle Accessoires wie Perücken oder Fähnchen fest. Daraus entwickelte sie abstrakte Bilder.

Bis 31. Oktober im Opernfoyer, geöffnet jeweils eine Stunde vor Beginn jeder Vorstellung. Zu den Aufführungen der Oper Faust am 10. und 31. Oktober sind die Künstlerinnen anwesend.

Von Pamela De Filippo

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