Zwei Kasseler Studenten sind zum renommierten Max-Ophüls-Festival nach Saarbrücken eingeladen

Zwei Filme zu junger Gewalt

Konfliktreich: Maik (Jannik Schümann) und Thomas (Maximilian Grünewald) in „Ferngesteuert“.

Kassel / Saarbrücken. Es ist das bedeutendste deutsche Filmfest für den Nachwuchs: Am Montag beginnt in Saarbrücken das Max-Ophüls-Festival. Zwei Studenten aus Kassel werden dabei sein: Hendrik Schmitt und Tim Dünschede präsentieren dort ihre Arbeiten im Kurzfilmprogramm. Beide Filme nehmen nicht am Wettbewerb teil, sondern laufen an vier Terminen außer Konkurrenz.

Die Filme sind 13 und 17 Minuten lang und beschäftigen sich per Zufall beide mit jugendlichen Gewalttätern. Schmitts „Ferngesteuert“ basiert auf einer Geschichte der jungen Kasseler Autorin Josephine Damaschke-Becker, die auch das Drehbuch geschrieben hat. Darin muss sich der 18-jährige Maik beim Therapiegespräch mit einer Psychologin die Frage stellen, wie aufrichtig er sich selbst und anderen gegenüber ist. Denn sein Freund will nicht, dass Maik dessen Mittäterschaft in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einräumt. Er drehte unter anderem im ehemaligen Finanzamt in der Goethestraße.

Tim Dünschede zeigt „Haltlos“. Darin entdeckt die Mutter eines Jugendlichen beim Frühstückvorbereiten einen Artikel in der Zeitung, aus dem hervorgeht, dass ihr Sohn an einer U-Bahn-Schlägerei beteiligt sein könnte. Sie versucht nun, die Gründe dafür herauszufinden. Gedreht wurde in einer Kasseler Privatwohnung.

„Wir sind sehr stolz“, sagt Hendrik Schmitt, die beiden Filme hätten sich gegen starke Konkurrenz der großen Filmhochschulen durchgesetzt. Für den 27-jährigen Tim Dünschede, der aus Speyer stammt und seit 2009 in Kassel studiert, ist es gar der erste Film überhaupt. Im vergangenen Jahr gewann ein Kasseler Film beim Festival den Publikumspreis: „Suicide Club“ von Olaf Saumer, der damit sein Kunsthochschul-Examen machte.

Der 26-jährige Fuldaer Hendrik Schmitt studiert seit 2005 in Kassel. Er war auf dem Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest 2009 mit seinem Kurzfilm „Hinter dem Vorhang“ nominiert für den Goldenen Herkules. „Ich habe in meinem Studium viel Produktion gemacht“, sagt er, also für Projekte anderer Studenten das Organisatorische übernommen. „Dabei habe ich viel für meine eigenen Filme gelernt.“

Er hat sich jetzt zum Examen angemeldet, das er nächstes Jahr abschließen will: Es wird ein Kinderfilm.

Dünschede plant als Nächstes ein Spielfilmprojekt, bei dem Jugendliche aus der Nordstadt mitwirken sollen. Beide wollen das Festival nutzen, um wichtige Branchenkontakte zu knüpfen.

16. bis 22.1., Saarbrücken, www.max-ophuels-preis.de

Von Bettina Fraschke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.