Wingenfelder im Schlachthof mit neuer CD „Selbstauslöser“

Zwei Könner sind mal hart, mal zart

Mit Freude und klarem musikalischem Profil: Thorsten (links) und Kai Wingenfelder sind die Köpfe der Band Wingenfelder. Fotos: Fischer

Kassel. Am Dienstagabend waren Könner der Extraklasse im Schlachthof. Kein Wunder, dass der mit 160 Besuchern ausverkauft war. Großes Besteck im kleinen Schlachthof: Videoleinwände, ausgefeilte Tontechnik und tolle Stücke. Der proppenvolle Saal wurde von musikalischen Vollprofis belohnt. Kai und Thorsten Wingenfelder sind zusammen mit Volker Rechin (Bass), Lutz Sauerbier (Drum), Sebastian Demin (Keyboard) sowie Norman Keil (Gitarre) die Band Wingenfelder.

Die beiden Brüder sind Songschreiber, Sänger und Kopf der Band. Mit ihren Wurzeln bei der Hannoveraner Kultband der 90er-Jahre Fury in the Slaughterhouse haben die beiden ein Musikprojekt mit eigenem Stil und Sound entwickelt.

Die Songs mit ausschließlich deutschen Texten sind zuweilen bretthart („Petra Pan“), sentimental („Klassenfahrt“) und häufig zart bis melancholisch („Der letzte Ricard von St. Malo“). Der ausgeklügelte Sound der Band beruht auf einer Kombination von elektronischen Soundeffekten, traditionellen Akustikgitarren und einer präzise beißenden Rhythmussektion.

Vor allem der Satzgesang von zum Teil vier Sängern gibt den Stücken einen melodischen Zug, der die Band immer wieder nach vorne zieht. Dabei überraschen ausgeklügelte Arrangements die Zuhörer, die zum größten Teil aus alten Fury-Fans bestehen.

Nicht ganz zu Unrecht, denn die Höhepunkte des Abends waren alte, stadiontaugliche Fury-Hits („Dead And Gone“; „Won‘t Forget These Days“), die ausnahmslos im Saal mitgesungen wurden.

Dass diese Animation locker rüberkommt, liegt an den Wingenfelder-Brüdern, die mit ihren launigen Zwischenansagen und Geschichten das Profil der Band komplettieren.

Wingenfelder waren ein Glücksgriff des Schlachthofs. Die Besucher konnten mit über einer halben Stunde Zugabezeit alle mehr als zufrieden nach Hause gehen. Kassel wartet auf den nächsten Auftritt.

Von Michael Lacher

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.