Johannes Scherer und Bodo Bach sorgten als „Die 2 Beiden“ in Niestetal für Stimmung

Zwei Spaßmacher wie Kopf und Bauch

Ungleiches Spaß-Duo: Johannes Scherer (links) und Bodo Bach. Foto: Schachtschneider

Niestetal. Bodo Bach und Johannes Scherer sind ein ungleiches Paar. Dennoch ergänzen sich die beiden Spaßmacher, die ihre Karriere einst als Radiomoderatoren begannen. Der eine hat, was der andere nicht hat. Scherer die geschliffene Sprache, das sportlich elegante Erscheinungsbild und Texte, die zwar wie am Reißbrett entworfen klingen, aber gut ankommen. Bodo Bach stellt in so ziemlich allen Punkten das Gegenteil da. Der Unterschied: Bei ihm wirkt alles, als käme es direkt aus dem Bauch.

Er ist ein uriger Typ und deswegen eine eindeutige Bühnenfigur, die Nähe zum Publikum aufbauen kann. Als „Die 2 Beiden“ präsentierten sich Scherer und Bach am Sonntag bei den Kulturtagen in Niestetal in der Wilhelm-Leuschner-Schule. Resonanz: sehr gut besucht. Obwohl sich in den Programmheften ein Duo ankündigte, war es eher ein Nacheinander als ein gemeinsamer Auftritt. Präsentierte sich der eine, saß der andere meist schweigend auf dem Bühnensessel.

Der 53-jährige Frankfurter Bach begeisterte mit Babbel-Schnauze und gut gesetzten Pointen, Scherer, sein 16 Jahre jüngerer Partner, mit kabarettistischem Temperament, gelungenen Texten und als Parodist. Ob Beckenbauer, Heinz Schenk, Arnold Schwarzenegger oder gar Inge Meysel – Scherer brillierte. Thematisch kreiste das Programm um Alltägliches, das Internet, Bachs Ehekarikaturen und um Werbung.

Stark war Bach, wenn er den „Best-Ager“, den Mann über 50, gab, den unterdrückten Ehemann oder den gestressten Vater, der sich Sorgen um seinen Sohn macht: „Der Rüdiger wohnt noch daheim, weil das Taschengeld für den ’ne eigene Währung ist.“

Scherer nahm man seine Hassliebe zu Facebook – „dem Poesiealbum ohne Vorhängeschloss“ – und den gestressten Werbeblock-Gucker ab, weniger aber, obwohl biografisch fundiert, seine Erlebnisse als Dorfkind. Da klafften Text und Bühnen-Figur auseinander. Dennoch lohnte das Kommen. Das Publikum bedankte sich mit lautem Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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