Die Kasseler Liedermacher Dominik Pytka und Jan Krug glänzten im Kulturzentrum Schlachthof

Zwei sympathische Prototypen

Teilten sich die Bühne: Jan Krug (links) und Dominik Pytka (rechts). Fotos: Fischer

Kassel. Dominik Pytka könnte als Prototyp des deutschen Liedermachers durchgehen: Grundsympathisch, gesellschaftskritisch, lebensfroh. Und auch der Singer-Songwriter Jan Krug stand dem in nichts nach. Die beiden Kasseler begeisterten am Mittwochabend bei ihrem Konzert im Schlachthof.

Pytka, der als sein musikalisches Vorbild Rüdiger Bierhorst nennt, machte den Anfang und stieg gleich mit einem Stück über die Liebe ein, um gleich darauf zur Politik zu wechseln und mit der Gitarre in der Hand von einem eigenen Staat zu träumen, in dem die NPD als Partei fehlt und nur der freie Wille zählt.

Meckern und motzen

Mit Schiebermütze und weit aufgerissenen Augen erntet er Zwischenapplaus und begeisterte Pfiffe für die Erkenntnis, dass wir Deutschen nichts können als „Meckern, motzen, exportieren und dann flennen“. Immerhin bliebe uns aber eines, nämlich unsere deutsche Pünktlichkeit.

Nach einer halben Stunde gab Pytka die Bühne frei für Krug, der sich mit enorm viel Kraft und Gefühl in der Stimme auf Englisch über seine eigenen Probleme und die Welt an sich schimpfte.

In der zweiten Hälfte wechselten die beiden sich nach jedem zweiten Stück am Mikrofon ab. Pytka steigert sein Tempo und schafft es, seine Stimme so rotzig-rauchig wirken zu lassen, wie es seinen durchaus humorigen Texten (in „King of Pop“ beanspruchte er die Position des verstorbenen Michael Jackson für sich) von Anfang an schon zugestanden hätte.

Krug glänzt auch weiterhin mit seinem zum Träumen einladenden Folkrock, vorgetragen mit geschlossenen Augen und in sich selbst versunken.

Dem Publikum – die Sitzreihen waren voll ausgelastet, die Stehränge gut gefüllt – gefiel die musikalische Mischung. Langer Applaus für die beiden Freunde.

Von Sonja Broy

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