Zweimal Kindheit in der Unterneustadt

Lesereihe im Kurbad Jungborn mit Wolfgang Tilcher und Günter Wagner

Im Kurbad Jungborn: Wolfgang Tilcher (links) und Günter Wagner hatten zu einer biografischen Lesung eingeladen. Foto:  Polk

Kassel. Familiär war die Atmosphäre, und sehr persönlich waren die Beiträge: Im Kurbad Jungborn hatte Günter Wagner am Samstag in der Reihe Wagner und Gäste zu einem literarischen Abend eingeladen.

Diesmal las Wolfgang Tilcher, ehemals Deutschlehrer am Wilhelmsgymnasium, aus seiner Biografie. Mit feiner Ironie und subtilem Wortwitz schilderte er Kindheitserinnerungen aus der Unterneustadt, wo er aufgewachsen ist. Seine Erzählungen wurden von Geschichten des Gastgebers ergänzt.

Im ersten Teil ging es um das Erleben der Nazidiktatur aus Kindersicht. Tilcher ist Jahrgang 1932 und in einem liberalen Elternhaus aufgewachsen. Mit kurzweiligem Erzählstil und Anekdoten, in denen vor ernstem Hintergrund immer wieder eine gewisse Situationskomik aufblitzte, schufen die Vortragenden eine Atmosphäre, die das Leben am Fluss in den 30er- und 40er-Jahren vorstellbar machte. Den Zuhörern im voll besetzten Raum waren Betroffenheit und Heiterkeit gleichermaßen anzumerken.

Der zweite Teil war mit größerer Leichtigkeit den Erinnerungen an Schülerstreiche und Freizeit gewidmet. Einen sprachlichen Strich zogen die Erzähler, indem sie diese Geschichten in Kasseler Mundart, der „Fullebrickensprache“, zum Besten gaben. Die Zuschauer dankten mit kräftigem Applaus.

Günter Wagner war Theaterlehrer am Goethegymnasium und ist im Vorstand des Fördervereins Kulturdenkmal Kurbad Jungborn. Das beherbergt nicht nur ein entzückendes Bademuseum, sondern ist mittlerweile auch beliebter Ort für Veranstaltungen.

Von Ilona Polk

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