Zwillinge mit Mumm

Overdose und Black Fire wollen Kassel auf die Rap-Landkarte bringen

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Hauen auch mal auf den Putz: Die Kasseler Zwillinge Christopher Agih (links) und Mike rappen seit sechs Jahren.

Kassel. Sie wollen auf keinen Fall in eine Schublade gesteckt werden, dabei spielen sie mit den Klischees. Auf die Tätowierungen am Hals weisen sie mit Stolz hin. Christopher Agih (Black Fire) trägt die Initialen M&C, Mike (Overdose) C&M und beide das Datum 28.6.1991, ihren Geburtstag.

Die Kasseler Zwillingsbrüder pflegen ihr Image als Gangster, sind nicht nur tätowiert, sondert tragen Baggy-Jeans, Sneakers und Ketten. Seit sechs Jahren machen sie Musik. Mit der Rapmusik, die ihre Mutter hörte, sind sie aufgewachsen, erzählen sie. Heute rappen sie selbst.

Mike mixt außerdem Beats und arbeitet als DJ. Der extrovertiertere Bruder Christopher hat sich als Rapper schon profiliert und ist bei dem Kasseler Label KWU Records unter Vertrag.

Bei ihren gemeinsamen Auftritten wechseln sie sich mit den Backups ab. Einer rappt den Haupttext, und der andere unterstützt im Hintergrund die Strophen. Dass sie keine Freizeitrapper sind, sieht man an ihren Auftritten unter anderem als Vorgruppe für Größen wie Fler, Haftbefehl und Kool Savas.

Ihre Texte bezeichnen sie als „authentisch, politisch und facettenreich“. Vor allem erzählen sie von ihrem Leben, wie im Song „Meine Story“ von Overdose, in dem er auch seinem Zwillingsbruder ein Denkmal setzt: „Black Fire, ja, das ist mein Zwillingsbruder. Große Klappe, freches Grinsen, doch da steckt viel Mumm dahinter. Du kannst immer auf mich zählen, ich steh’ hinter dir. Bro, egal wohin du gehst, ich komme mit dir.“

Dabei gehört es dazu, mal auf den Putz zu hauen. „Beim Rap musst du zeigen, wer den Größeren hat“, sagt Christopher. Der Zuhörer dürfe nicht jeden Kraftausdruck ernst nehmen, das gehöre einfach dazu.

Die HipHop-Hochburgen Hamburg und Berlin reizen sie zwar, aber in Kassel pflegen sie ihren Lokalpatriotismus. „Aus Kassel hätte schon längst mehr kommen müssen“, sagt Mike. Christopher fügt selbstbewusst hinzu: „Wir wollen Kassel auf die Rap-Landkarte bringen.“

Am Freitag, 16. März, treten sie zur Jubiläumsparty im Tanzhaus Adagio, Eisenschmiede 85, auf. Einlass ab 21 Uhr, 5 Euro Eintritt.

Von Joséphine Hein

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