Das Staatsorchester Kassel und sein Chef Patrik Ringborg bieten in der nächsten Saison viel Abwechslung

Zwischen Mahler und Moderne

Kassel. Vielleicht erklärt sich ein Bahn-Betreiber der Region ja noch bereit, die Konzerte des Kasseler Staatsorchesters in der Saison 2010/11 zu sponsern: Unter dem Motto „Cantus“ steht das Gesangliche der Musik im Mittelpunkt - sowohl instrumental als auch vokal.

Das erste Sinfoniekonzert am 4.10. unter der Leitung von Generalmusikdirektor Patrik Ringborg löst bereits das Motto ein: Jörg Widmann ist Solist (und Widmungsträger) des 2005 entstandenen Werks „Cantus“ für Klarinette und Orchester von Aribert Reimann. Außerdem spielt Widmann Mozarts Klarinettenkonzert.

Das konzeptionell sehr sorgfältig aufgebaute Programm enthält in fast allen Sinfoniekonzerten ein Werk des 20. Jahrhunderts. Im Bußtagskonzert mit Arthur Honeggers Sinfonischem Psalm „Le Roi David“ steht das 20. Jahrhundert sogar allein. Luciano Berios „Folk Songs“, Arvo Pärts „Cantus in Memory of Benjamin Britten“, Bartóks „Wunderbarer Mandarin“ sowie Werke von Messiaen und Bernstein setzen weitere Akzente.

Natürlich ist auch das klassisch-romantische Repertoire stark vertreten. Mozarts letzte beiden Sinfonien (g--Moll und „Jupiter“) sowie Beethovens „Eroica“ (im Karfreitagskonzert 22.4.2011) für die Klassik und romantische Schwergewichte wie Dvoáks Achte, Bruckners Neunte und (während der Mahler-Tage zum 100. Todestag) auch Mahlers Neunte mit Gastdirigent Marc Piollet gehören dazu.

Im Rahmen der Mahler-Tage 14.-27.5.2011) sind ferner „Das klagende Lied“ in der Urfassung zusammen mit Richard Strauss’ „Tod und Verklärung“ (Dirigent: Patrik Ringborg) sowie Konzerte des Kasseler Vocalensembles (Leitung: Eckhard Manz) und ein Konzert des HR-Sinfonieorchesters geplant.

Neben Generalmusikdirektor Patrik Ringborg und dem ersten Kapellmeister Marco Comin werden zwei Gastdirigenten am Pult stehen: Die in Kassel schon einmal gefeierte Estin Anu Tali (20.12.) mit Brahms, Berio und Dvoák sowie Gregor Bühl, der in Stockholm Wagners „Ring“ herausbrachte, mit Messiaen und Bruckner.

Unter den drei Sonntagskonzerten der Saison setzt das Neujahrskonzert (Dirigent: Patrik Ringborg) besondere Akzente: Als große Operettengala werden von den Kasseler Solisten mit Sara Eterno an der Spitze die größten Operettenhits zu hören sein.

HNA-Open-Air-Konzert

Eine spektakuläre Saison-Eröffnung verspricht erneut das HNA-Open-Air-Konzert vor der Orangerie in der Kasseler Karls-aue am 21.8. zu werden. Als Moderator (und Cembalist!) wurde TV-Entertainer Herbert Feuerstein gewonnen. Patrik Ringborg dirigiert das Programm, das mit Charpentiers Eurovisions-Hymne beginnt und natürlich wieder mit den „Sea Songs“ von Henry Wood und einem Feuerwerk endet.

Weitere vier Mal wird in der kommenden Spielzeit auch das bereits Kult gewordene Abba-Konzert zu hörten sein. Und mit den Kinder- und Familienkonzerten zu den Themen „Karneval der Tiere“, dem Musik-Krimi „Der Komponist ist tot“ und „Tanzstunde mit Hindernissen“ (jeweils mehrere Termine) wird ein deutlicher Akzent für die Jugend gesetzt.

www.staatstheater-kassel.de

Von Werner Fritsch

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